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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 574

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Palästinensische Düngungsfragen
Date
1927-01-01
Page
Seite 574 (sequence 3)
Language
German
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574 aufgenommen werden kann. Andere zersetzen die im Boden befindlichen Pflanzenreste zu Humuserde und von da aus. weiter zu freier Kohlensäure, die im Boden eine Gärung hervorruft und ihn dadurch „gar" macht. Es ist -dies das erstrebenswerte Ziel jeder Bodenbearbeitung und Düngung, denn ein garer Boden ermöglicht es denPflanzenwurzeln am leichtesten, in den Boden einzudringen und 'dort fertig zersetzte, sofort aufne'hmbare Nährstoffe zu finden. Aber noch, einen .anderen" Vorteil gibt es. Ein Teil der freien Kohlensäure entweicht aus dem Boden und wind von den Pflanzenblättern von neuem -aufgenommen und zu Kohlenhydraten assimiliert. Wegen, dieses großen (Nutzens, den das Bakterienleben dem Boden bringt, bemüht man sich, durch Bearbeitung und Düngung den Bakterien möglichst günstige Existenzbedingungen Boden zu schaffen. Sie lieben einen bindigen, nicht zu feuchten, wenig sauren, temperierten Boden, dem am besten in einem bestimmten Verhältnis Kalk (beigemengt ist. Betrachten wir nun die .verschiedenen Bodenarten, inwieweit sie diesen Forderungen entsprechen. Sand- und Kalkböden sind durch ihre, .große Durchlässigkeit sehr stark allen Temperatursöhwankunigen ausgesetzt, sie 'Sind meistens trocken und erhitzen sich sehr leicht. Die Ton- und schweren Lehmböden dagegen .bleiben -kalt und leiden sehr oft an Feuchtigkeitsüberschuß, der natürlich alles Lehen im Boden stocken läßt. Am günstigsten sind noch lehmiger Sand- und Lösboden, aber auch bei ihnen gibt es 'meistens ein Uebergewicht nach der einen oder anderen Seite Irin. Diesen Unvollkommenheiten «gegenüber, die fast alle Böden besitzen, haben wir ein vorzügliches Verbesserungsmittel, den Humusboden, der aus verwester organischer Masse besteht. Man sollte es kaum für. möglich halten,.in welcher Weise er jegliche Bodenart korrigiert und so für Pflanzen und Bakterien eine günstige Zusammensetzung schafft. Den leichten Böden gibt er durch seine feuchtigkeitshaltende Fähigkeit die nötige Konsistenz und verhindert zu schnelle [Erwärmung und Abkühlung. Schwere Böden lockert er durch seine schwammige Beschaffenheit und ermöglicht den Eintritt von Luft und Wärme; und, um seine wichtigste Eigenschaft nicht zu vergessen — er dient den Bakterien zur Nahrung und ermöglicht dadurch ein reges Leben im Boden, das dann auch ein reges Wachstum der Pflanzen zur 'Folge hat. Die meisten Böden, besonders in Palästina, enthalten nun in den wenigsten Fällen genügend 'Humusbestandteile, es ist also nötig, sie ihnen durch Düngung zuzuführen. Man sieht also, daß die Düngung mit bodenyerbessernden Düngern eine große und wichtige Rolle in der Bodenkultur spielt und sich jegliche Vernachlässigung darin schwer rächt. Fassen wir nun das bisher Gesagte noch einmal zusammen. Der Boden wird aus zwei Gründen gedüngt: Einerseits um ihm die zur Ernährung der Pflanzen nötigen chemischen Nährstoffe zuzuführen oder :zu ergänzen, und ihn andererseits in physikalischer Hinsicht zu verbessern sowie die biologischen Vorgänge in ihm zu unterstützen und anzuregen. Dazu dient organische

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