Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Palästinensische Düngungsfragen
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 573 (sequence 2)
- Language
- German
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573 ihm nötigen Dünger selbst zu erzeugen oder. sich zu verschaffen. Vorher seien aber zum besseren Verständnis der in landwirtschaftlichen Dingen nicht sadhverständigen Leser kurz die Grundprinzipien moderner Düngung gestreift. II. Man pflegt de i F-ucen aus zwei \ erschiedenen Gründen z>u düngen. Einerseits, um ihm die zur Ernährung der Pflanzen nötigen chemischen, Stoffe zuzuführen, beziehungsweise zu ergänzen; andererseits, um den Boden in physikalischer Hinsicht zu verbessern uhd ihm eine den Pflanzenwurzeln 'zusagende Zusammensetzung zu geben. Für das letztere seien einige Erklärungen gegeben. Der Boden kann aus drei anorganischen Bestandteilen bestehen, von denlen jeder allein ohne die anderen gänzlich unfruchtbar ist. Es sind dies Sand, Ton und Kalk. Sand, der in chemischer Beziehung reine Kieselsäure darstellt, ist aus der Verwitterung von Kieselsteinen entstanden. Seine typischen Merkmale sind seine körnerartige Beschaffenheit und die Eigenschaft, das Wasser wie durch ein Sieb ablaufen zu lassen, da er es nicht absorbieren kann; Pflanzennährstoffe enthält er nicht. Die Eigenschaften des Kalkbodens, der aus der Verwitterung von Kreidefelsen entstanden ist, sind ähnliche wie die des Sandes — auch sehr leicht und durchlässig, trotzdem seine Absorptionskraft schon etwas größer ist. Das genaue Gegenteil von, diesen beiden ist der Ton, der in reiner Form zäh und undurchlässig, aber doch sehr nährstoffreich ist und eine Bearbeitung beinahe unmöglich .macht. Unsere Kulturboden sind Mischungen aus diesen drei Bodenarten und einer vierten Art, über die noch später gesprochen werden soll, dem Humus, der durch Zersetzung von pflanzlichen und tierischen Stoffen entsteht. Die fruchtbarste Mischung ist die aus Ton und Kalk, bekannt unter dem Namen „Lösboden" oder „rote Erde", .die in China weite Strecken «bedeckt, in Palästina aber leider nur an wenigen Stellen als Schwemmboden anzutreffen ist. Die Araber nennen ihn „Safrah". Durch Verbindung von Ton und Sand entsteht der Lehmboden, der je nach dem Mischungsverhältnis die verschiedensten Eigenschaften annehmen kann. Man unterscheidet lehmigen, Sand-, Lehm- und sandigen Lehmboden. Je mehr Ton im Boden enthalten ist, desto nährstoffhältiger wird er, dafür aber auch undurchlässiger und schwerer der Bearbeitung zugänglich. Es 'dürfte nun wohl weniger bekannt sein, daß alle Böden von Milliarden kleiner Lebewesen, den Bakterien, bevölkert werden, die dort die verschiedensten Aufgaben erfüllen, über die sich übrigens auch die Gelehrten noch nicht vollständig klar sind. Sie wirken ungefähr wie die Hefe im Brotteig und sind für das Pflanzenwachstum zum größten Teil außerordentlich nützlich. Manche zum Beispiel bauen den Stickstoff, der der wichtigste Pflanzennährstoff ist, aus seinen komplizier'ten Verbindungen in Ammoniak- und Salpeterverbindungen ab, Formen, in denen er von der Pflanze