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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 569

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Jubiläumsrückschau
Date
1927-01-01
Page
Seite 569 (sequence 9)
Language
German
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569 Auch auf anderen Gebieten hat die jüdische Wirtschaft die Führung. Vor allem auf jenem der Industrie. Nieben einigen Mühlen und kleinen Seifenfabriken, die meist aus früherer Zeit stammen, haben die Araber nur in der Tabakverarbeitung — und in dieser sind sie den Juden weit voraus — industrielle Erfolge aufzuweisen. Sonst ist die Industrie in Palästina eine rein jüdische Schöpfung.; In dem Erzielhungswesen steht das jüdische Schulnetz, mit Universitätsinstituten, Technikum, Lehrerseminaren, Gymnasien fusw. weitaus an »der Spitze. Aber auch in der Schüler zahl steht es an erster Stelle. Vergleichen wir die jüdischen Schulen mit denen der Regierung in bezuig auf SchülerzaM (26.481 gegen 19.737) so ist das Verhältnis ungefähr wie 60:40. Ziehen wir auch die nichtjüdischen Priivafcschulen (mit 3445 mohammedanischen und 16.154 christlichen Schülern) heran, so finden wir immer noch die Juden gegen die anderen Konfessionen weit voraus und zirka 40 Prozent der Schüler stellend. Doch diese allgemeinen Zahlen besagen nur wenig, denn die nichtjüdischen Schulen können in ihrem Aufbau mit dem höheren Schulwesen der Juden nicht in Vergleich -gezogen werden. Obzwar Daten fehlen (der „Report" der Regierung für 1926 zählt zwar die Schulen und die Schüler auf, aber diese nicht nach Schularten geteilt), ist es zweifellos, daß i*n mittleren uad höheren Schulwesen die jüdischen Schüler in der überwiegenden Majorität sind. Es ist von Interesse, daß der Keren Hajessod fast genau so viel für Unterridht aufgewendet hat wie die Regierung: bis 31. März 1927 523.041 Pf und Sterling, die Regierung: 524.986 äg. Pf. gleich 538.110 Pfund Sterling (zusammengestellt mach den Jahresberichten). Im Zensus der freien intellektuellen Berufe, Aerzte, Advokaten, Ingenieure usw., ist natürlich das Verhältnis ein umgekehrtes als bei der (Bevölkerung. So gibt es zium Beispiel neben 405 jüdischen nur 161 nichtj-üdische Aerzte (Siehe Heft 6-7. S. 344), d. h. 5/? aller Aerzte waren Juden. Aehnliches gilt von den anderen freien Berufsarten. Sollte ideshalb Palästina einmal ein Wahlrecht mit Bildungszensus erhalten, so hätten die Juden die überwiegende Majorität im Parlament. Aus all diesen Ziffern''und Daten erhellt, daß die Bedeutung der jüdischen Siedlung für das Land in jeder Beziehung eine sehr viel höhere ist, als dem rein ziffernmäßigen Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung entspricht. Sie würde noch größer sein, wenn es den Juden gelänge, die wichtigsten Schlüsselipunkte der palästinensischen Wirtschaft aus eigener Kraft auszubauen. Bei einem der bedeutsamsten ist es schon der Fall: der Elektrifizierung des Jordans. Auch die Tote Meer-Konzession, über deren Verleihung die verschiedensten Nachrichten verlautbart wurden, scheint dem •zionistischen Vorkonsortium erteilt worden zu sein,

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