Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jubiläumsrückschau
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 570 (sequence 10)
- Language
- German
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570 und es ist zu hoffen, daß diese auch bei der Ausbeutung dieser Naturschätze von. Einfluß bleiben wird.1 Von. einer Bewerbung der Juden üm die Konzession für.die heißen Quellen in Tiberias ist noch nicht viel bekannt Es bleiben noch einige aridere wichtige Aufschlußarbeiten; die aber wohl in absehbarer Zeit nicht spruchreif »sein werden, wie zum Beispiel die Austrocknung der Hulesümipfe zur Gewinnung fruchtbaren Siedlerlandes, eine Aufgabe, welche, wegen ihrer Kostspieligkeit kaum jemand den Juden wegnehmen wird (wenn es auch in letzter Zeit hieß, daß ajidere Bewerber vorhanden seien). Bevor sie dazu schreiten, hätten sie noch, genug Erschließüngs- und Besiedlungsarbeiten zu leisten, ist doch noch nicht einmal Djidrö (die Haifa-JBai), das schon in ihrem Besitze ist, technisch erschlossen. Es ist ferner vielleicht zu hoffen, daß die Juden doch noch von den Staatsländereieri bei Beisan größere Flächen erhalten werden. Weite Terrains an der Küste und in den Ebenen stehen noch zur Erwerbung und Besiedlung bereit, gleichfalls eine Arbeit,- die den Juden vorbehalten bleibt, da sie kostspielige Investitionen erfordert, nicht zu sprechen von den beiden für die Juden schwierigen Gebieten, dem Jordantal, und der Gegend von Gaza, .'in welch letzterer erst langdauernde Versuche mit dem Trockenfarmsystem gemacht werden müßten, wo aber genügend Land erhältlich ist und die Regierung weite Terrains besitzt. Doch mit diesen Ausblicken greifen wir schon über unser Thema, dem Vergleich von einst und jetzt hinaus. Ist die zahlenmäßige, wirtschaftliche und kulturelle Position der Juden — von ihren dominierenden 'und imponierenden Leistungen in bezug auf Bauten, Assanierung und Sanität haben wir gar nicht gesprochen — die in sechs Nachkriegsjahren geschaffen und ausgebaut wurde; überhaupt noch vergleichbar mit jener von 1914? Allerdings, ohne die bis zum Krieg gemachte Vorarbeit wäre diese Leistung nicht möglich gewesen und sie könnte ganz gut wie eine bloße Vervielfachung der zionistischen Arbeit von .1908 bis 1914 erscheinen. Aber wie könnte man in bezug auf die politische Situation, einen ähnlichen Vergleich ziehen! Im selben Jahre 1908, in dem die Zionistische Organisation ihre Arbeit im Lande begann, stürzten die Jungtürken das absolute Regime Abdul Hamids und die Aussichten der Zionisten, jemals einen „Charter" zu erhalten, sanken unter Null So blieb es bis zum Kriegsausbruch. Man vergißt schnell, und von keiner Seite wurde anläßlich der Zehnjahresfeier der 1 Bälf Our-Deklaration darauf hingewiesen, daß noch drei Jahre vor ihrer Erlassung die politische Situation des Zionismus eine völlig: hoffnungslose war. Heute sind die Juden durch das Mandat quasi als „Staatsvolk" anerkannt. Wenn es eines der Merkmale eines solchen ist, die Entwicklung des Landes bestimmend zu beeinflussen, so ist