Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jubiläumsrückschau
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 566 (sequence 6)
- Language
- German
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566 Ein Kolonisationsfonds war nicht vorhanden. Wae bekannt hat der seit März; 1921 funktionierende Keren Hajessod eine Jahres- einnähme von rund 500.000 Pfund. Der K e r en K a j-eim e t h (Jüdischer Nationalfonds.) besaß in Palästina im Jahre 1914 18.000 Dunam. Er hatte mangels eines: Kolonisationsfonds diie Kosten der Carmen-bestreiten müssen. Sein nominelles Vermögen betrug 1914 nach dreizehnjährigem " Bestand; etwas über 200.000 Pfund, also nicht soviel, als er jetzt in einem Jahre einnimmt. Seide größte Einnahme vor dem Kriege war im Jahre 1913 erzielt worden: 40.000 Pfund (der Nachkriegsrekord war- »bisher das Jahr 5686 mit-281.500 Pfund). Die P. L. D. C, für die ein Aktienkapital von 50.000 Pfund vorgesehen war,'konnte bis zum Krieg nur für 16.000 Pfund Aktien absetzen. Bis zum Kriege hatte sie zirka 47.500 Dunam erworben (Report der P. L. D. C. 1921) und an den Nationalfonds oder verschiedene zionistische Gesellschaften weitergegeben. Seit dem Krieghat sie neunmal soviel gekauft und umgesetzt. Bisher sind es seit Gründung insgesamt 384.695 Dunam ländlicher Boden und rund 12.000 städtischer, zusammen fast 400.000 Dunam. . Der Umfang des jüdischen Jischuw war 1914 der folgende: 43 Kolonien mit rund 440.000 Dunam und 12.000 Seelen, städtische Bevölkerung 75.000 bis 80.000 Köpfe. Tel-Awiw zählte 1914 2000 Seelen. Ruppin („Aufbau") nimmt an, daß 1914 als „produktiv'' von, der ganzen jüdischen Bevölkerung nur zirka 30 Prozent anzusehen? waren, zirka rund 12.000 Köpfe auf dem Lande und zirka 15.000 in den Städten, zusammen zirka 27.000 von rund 90.000. Der Krieg hat natürlich die jüdischen Positionen in Palästina bedeutend verringert. Die jüdische Bevölkerung Palästinas fiel auf 55.000 bis 60.000 Köpfe, manche der Kolonien wurden schwer getroffen, teils direkt durch die Operationen, teils durch Requisitionen, die Heuschreckenplage 1917 u. a. m. - Die neue Arbeit setzte erst Mitte 1920 ein und der Keren Hajessod, im Jahre 1920 improvisiert, konnte erst im Frühjahr 1921 seine regelmäßigen Geldsendungen aufnehmen. Bis Ende 1926 kann man daher bloß sechs Jahre zionistischer Tätigkeit rechnen. Die jüdische Bevölkerung hat sich in dieser Zeit fast v e rdreifacht, sie stieg von zirka 55.000 bis 6O.000 auf 158.000. Sie ist auch in ihrem inneren Habitus vollständig verändert worden. Die jüdische Bevölkerung Palästinas war 1914 zu 30 Prozent produktiv, zu 70 Prozent 'unproduktiv. Bei jener von 1926 ist das Verhältnis zumindest umgekehrt. Der Altersaufbau der Bevölkerung- 1914 ist nicht bekannt, aber jedenfalls war das jüdische Palästina bis 1908 und daher auch noch zum großen Teil 1914 ein Greisenilarid. Die Jugend wanderte aus. Das jüdische Palästina von 1926 ist ein K i n d e r 1 a n d. Genaue Ziffern des Altersaufbaues liegen nur für einen Teil der Bevölkerung vor, aber sta sind deutlich