Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 10 (1927)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Jubiläumsrückschau
- Date
- 1927-01-01
- Page
- Seite 565 (sequence 5)
- Language
- German
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565 die erste Kwoizaih (Genossenschaft) zur Bewirtschaftung der Farm entstanden, außerdem bildeten sich Okkupätionsigenossenschaften mr Besetzung der von der P. L. D. C. neu gekauften Bodenstücke. Jene Farmen «lieferten den Grundstock von eimgen hundert jüdischen, in der Landwirtschaft ausgebildeten Arbeitern, die im Krieg, «und .gleich nach 'ihm die Stützen der Koilonisationsarbeit wurden. In bezug auf städtische und kultureille Arbeit ist zu verzeichnein: 1903 die Gründung der Angilo PalestSne Cy., 1905 die des hebräischen Gymnasiums in Jaffa, 1906 jene der Kunstgewerbeschule Bezalel, 1908 die schon erwähnte Gründung von TeJ-Awiw, das sich gut entwickelte, 1909 jene des hebräischen Gymnasiums in Jerusalem, 1913 der „Sprachenstreit", als der iHilfsverein der deutschen Juden (der sich durch Unterhaltung zahlreicher hebräischer Kindergärten, ferner der Lämelschuile mit Lehrerseminar in Jerusalem große Verdienste erworben hatte) im neu zu eröffnenden Haifaer Technikum dem Hebräischen meben der geplanten deutschen Unterrichtssprache nicht den verlangten bescheidenen Raum einräumen wollte, welcher Streit zur Gründung eigener hebräischer Schulen und eines hebräischen Lehrerseminars seitens der Zionstischen Organisation führte. So war vor dem Krieg durch die frischen Impulse der zweiten A'ljah — Ruppin schätzt die Einwanderung 1900 bis 1914 -auf 30.000 Köpfe, d. s. zirka 2000 pro Jahr (siehe Seite 243 dieses Blattes) — und der Arbeit der Zionistischen Organisation ein völlig neuer Zug in das jüdische Palästina gekommen. Die Parolen: Nationaler Bodenbesitz, jüdische Arbeit, Selbstarbeit, Ausschluß jeder Lohnarbeit, Chaluziuth, Genossenschaftswesen, hebräische Sprache, gemischte Wirtschaft statt Monokultur usw .hatten 'umgestaltend gewirkt und die wenigen Jahre der zionistischen Arbeit 1908 bis 1914 waren die kurze, afllzu kurze Versuchsperiode, auf deren Ergebnisse die Arbeit nach der iBalfour-Deklaration sich stützen konnte. Jedenfalls war der neue Geist: die neuen Ideen und Prinzipien, welche die neuen Menschen aus der zionistischen Erziehung geschöpft hatten, das umwälzende Element. Aber wiie sah es mit dem quantitative n Umfang all der schönen neuen Ansätze aus! Es ist angesichts der heute so gedrückten Stimmung äußerst lehrreich, darauf einen Blick zu werfen und dabei dessen eingedenk zu sein, daß von 1882 his 1914 rund 33 Jahre jüdischer Palästinaarbeit verflossen waren, mehr als ein Menschenalter. Die Zionistische Organisation, die 1917 die ungeheure Aufgabe auf sich genommen hatte, 'die nationale Heimstätte zu bauen, umfaßte bis zum Kriege 70.000 bis 100.000 SchekelzaMer (verschieden nach iKongreßjahren und kongreßlosen Jahren). Ihre Jahreseinnahme betrug daher maximal 100.000 Mark gleich fünftausend Pfund!