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Palästina · 1927-01-01 · Heft 12 · p. Seite 564

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
10 (1927)
Issue
Heft 12
Article
Jubiläumsrückschau
Date
1927-01-01
Page
Seite 564 (sequence 4)
Language
German
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564 Jude bei größten Entbehrungen nicht konkurrieren. So verließ ein Teil dieser Enthusiasten das -Land. Aber ein Rest blieb zurück und auf diesen ist ein großer Teil der vollkommenen Aenderunig der Struktur der jüdischen Kolonisationsarbeit zurückzuführen. Er war der Kern der sich fortab bildenden jüdischen Landarbeiterschaft,, der intellektuell und moralisch hochstehend, nicht nur zur persönlichen opfervollen Leistung bereit war, sondern die Paiolen des nationalen Bodenbesitzes, der Selbstarbeit mijt Ausschluß jeder Lohnarbeit, der hebräischen Sprache und-später auch des G en ossens chaf t s w e s e ns proklamierte und durchsetzte und durch dessen Wirken sich erst das Chaluzideal im Gallith bildete. Aus diesem Element gingen auch die meisten späterein Arbeiterführer hervor. Die nächste bedeutsame Wendung in der Geschichte der Kolonisation brachte das Jahr 1908.' In der zionistischen Bewegung hatten nach dem Tode Herzls (1904) und der Beendigung der Ugandagefahr die sogenannten „Praktiker" 1907 durchgesetzt, daß die. Organisation selbst »die praktische Arbeit in Palästina aufnehme. Ruppin eröffnete 1908 das Palästinaamt, den Vorläufer unserer heutigen Palästinaexekutive. In diesem Zeitpunkt gab es in Palästina (siehe iRuppin: „Der Aufbau des Landes Israel" Seite 44) 27 landwirtschaftliche (Siedlungen mit 33.000 ha und 7000 Seelen. Ruppin setzte zunächst durch, daß einer Baugenossenschaft von 60 Familien ein Darlehen von 250.000 Francs seitens des Keren Kajemeth gegeben werde, welche Gruppe eine Metine Häusergruppe auf ekier Sandfläche in der Nähe von Jaffa bauen wollte und sie „T e 1 - A w i w" nannte. Er gründete ferner die P alestine Land Development Cy., welche Boden kaufen* parzellieren und wieder verkaufen sollte, um die erste Voraussetzung für eine geregdte Kolonisationstätigkeit zu schaffen. Der Keren Kajemeth besaß damals in Palästina einige kleine Bodenstückei Da es keinen Kolonisationsfonds gab, so war es unmöglich, für den nackten Boden jüdische Pächter zu finden. Der nationale Boden mußte noch sechs Jahre vor dem Kriege an Araber verpachtet werden! Solche Meine Reminiszenzen beleuchten blitzartig die geradezu ungeheure Aenderung, die durch die Arbeit der Zionisten in wenigen Jahren erfolgt ist. Ruppin entschloß sich, jene Bodenstücke zu Farmen 'umzugestalten (Näheres siehe in seinem Werke: „Die landwirtschaftliche Organisation der Zionistischen Organisation in Palästina", Berlin 1925), auf denen jüdische Arbeiter, die besten Elemente der „zweiten Aljah", ausgebildet wurden und eine neue Betriebsart,, die ^gemischte Wirtschaft" versucht wurde. So entstanden Ben Schemen, Hulda, Kinereth, Daganiah, Gan Schmuel und 1910 Merchawjan, auf welcher Farm die Methode der Siedlungsgenossenschaft Oppenheimers erprobt werden sollte. 1909 war in Daganiah

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