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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 77

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
Eine Hauptstadt für den Judenstaat
Date
1938-02-01
Page
Seite 77 (sequence 7)
Language
German
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Hochschule (später) in Haifa, so könnte man vielleicht die juristisch-staatswissenschaftlich-ökonomische Fakultät nach Herzlia verlegen." 9. Wie soll nun gebaut werden? Die Beamtenhäuser werden sicherlich Einfamilienhäuser mit Gärten sein. Da der Boden, auf dem Herzlia errichtet werden soll, sonst nicht wertvoll ist und billig zu erstehen sein wird, ist kein Grund vorhanden, weshalb dem Beamten und seiner Familie nicht diese gesündeste Lebensweise ermöglicht werden soll. Dagegen werden die Zentralgel^äude natürlich mehrstöckige Gebäude sein, die aber zum Teil unterirdisch angelegt werden sollen. Die unterirdische Bauweise hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht, über die heuer auf dem internationalen Kongreß für unterirdischen Städtebau in Paris berichtet wurde. Speziell in Palästina, wo künstliche Klimaanlagen (air conditioning) für Bürobauten und Arbeitsräume sehr erwünscht sind, wird man nicht nur Bibliotheken, Archive u. dg!., sondern vielleicht auch Versammlungsräume, wie z. B. den Sitzungssaal des Parlamentes, unterirdisch anlegen. Dadurch sind nicht nur diese wichtigen Räume gegen Fliegerangriffe gesichert, sondern können auch im Notfalle der Bevölkerung von Herzlia Zuflucht gewähren. Für die unterirdische Bauweise ist aber das von uns gewählte Terrain sehr günstig. Der Boden istein fester, gesunder Fels, Grundwasser ist nicht vorhanden und Lüftung und Entwässerung sind dadurch, daß man sich auf einer Gebirgskuppe befindet, besonders leicht durchzuführen. Da wir hier die Sicherheit gegen Fliegerangriffe erwähnt haben, so muß gesagt werden, daß auch da die kleine Stadt gegenüber der großen Stadt im Vorteil ist. Die große, hell beleuchtete Stadt bietet nachts ein leichtes Ziel — die kleine, stille Beamtenstadt, ohne Lichtreklame und mit geringem Verkehr ist schwerer aufzufinden und kann leichter vollkommen abgedunkelt werden. 10. Wir können nun eine ungefähre Abschätzung des Bodenbedarfes für Herzlia geben. Nehmen wir als Zahl der Beamten und Diener der Zentrale administration 1500 an. Die Zahl der Pensionisten wird mit der Zeit etwa die? Hälfte der aktiven Beamten erreichen; dies gibt zusammen 2250. Nun kommen die Beamten der Bibliothek, des Archivs, das Personal des Konsumvereines, des Hotels und schließlich die üniversitätsfakultät hinzu, womit wir die obige Zahl auf, sagen wir 3000 Familien abrunden können. Rechnen wir durchschnittlich 600 m- Wohnfläche pro Familie und fügen wir 25% für Straßen and Freiflächen hinzu, so sind dies 2250 Dunam. Für das „Forum" mit Bureaugebäude, Parlament, Hotel, Bibliothek, Schule etc. rechnen wir 50 Dunam. Schließlich rechnen wir für die Residenz des Staatsoberhauptes 25 Dunam. Wir kommen so auf eine Gesamtfläche von 2325 Dunam. Dies entspricht einem Kreis von etwa 1700 m Durchmesser. Ziehen wir aber in Betracht, daß eine Reserve von mindestens 100 V vorzusehen ist, so kommt man auf eine Ellipse mit 1700 m als kleiner und 3500 m als großer Achse. Um diese Fläche wird man einen Waldgürtel von mindestens 250 m Breite pflanzen. Der Bodenbedarf für Herzlia ist daher rund 5000 Dunam. Die bebaute Fläche kann mit rund 600.000 Quadratmeter angenommen werden. Der Kapitalsbedarf ist rund LP. 250.000 für den Bodenerwerb, LP. 3,000.000 für Bauten, LP. 250.000 für Straßen und Gärten, LP. 500.000 für Wasserversorgung, sanitäre, elektrische Anlagen, im Ganzen etwa LI*. 4,000.000. Dies ist natürlich eine ganz rohe Abschätzung. Die Summe ist recht groß. Trotzdem aber wäre die Kapitalsbeschaffung nicht zu schwer und die Kapitals-

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