Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1938)
- Article
- Eine Hauptstadt für den Judenstaat
- Date
- 1938-02-01
- Page
- Seite 76 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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- Safed 1× ep/1046078
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nen wir die Hauptstadt etwa Herzlia**) Man ersieht aus der Karte: Herzlia liegt so zentral als möglich; seine strategische Lage ist die bestmögliche: klimatisch steht es nur Safed nach, das aber wegen seiner exzentrischen Lage nicht in Betracht kommt. 8. Hat man entschieden, wo die Landeshauptstadt zu bauen ist, sostellt »ich die Frage nach dem wie ein. Leberlegen wir uns zuerst, was alles in die Hauptstadt kommt. Die Hauptstadt ist/wie aus dem oben Gesagten hervorgeht, eine Beamtenstadt. Sie besteht in erster Linie aus dem zentralen Verwaltungsgebäude und den Wohnhäusern für die Beamten und Diener. Da die Distanz von Haifa nur 15 bis 18 km beträgt, sind Geschäftshäuser, Vergnügungsstätten e(c. überflüssig. Die Frauen werden zum „Shopping" nach Haifa fahren. Theater. Konzerte, Kino werden in Haifa leicht erreichbar sein. Man braucht in HerzHa lediglich eine große Konsumgenossenschaft aller Beamten, die dort ihren Laden, ihr Restaurant, ihr Cafe und ihre Leihbibliothek haben wird. Natürlich braucht man eine Schule für die Kinder der Beamten und ein Spital. In Herzlia befindet sich ferner das Parlamentsgebäude und ein großes Hotel, das der Regierung gehört und in dem die Abgeordneten während der Sitzungen wohnen und verpflegt werden (sie brauchen daher keine Gehälter zu bekommen und die Regierung macht Ersparnisse, weil ihre private Unterbringung in überfüllten Hotels und Pensionen natürlich viel teurer wäre). Das Parlamentsgebäude und Hotel sind außerhalb der Arbeitsperioden des Parlamentes für Kongresse (politische, wissenschaftliche, Zionistenkongresse etc. verfügbar. Da Belegexemplare aller Druckschriften an die Regierung abzuliefern sind, und zwar nicht nur von im Judenstaat veröffentlichten, sondern auch von ausländischen, die im Judenstaat geschützt werden wollen, hat Herzlia ein großes Bibliotheksgebäude, wie die Kongreßbibliothek in Washington. Man wird die Belegexemplarpflicht wohl auch auf Filme und Platten ausdehnen und überhaupt dieses Bibliotheksgebäude mit einem Zentralarchiv vereinigen. Um bei den Beamten das Gefühl der Sicherheit und Verbundenheit zu stärken, jene Pfeiler, auf denen die Beamtenmoral ruht, wäre es ratsam, die Häuser, in denen die Beamten wohnen, ihnen auch nach ihrer Pensionierung zu belasset. Ein Teil der Pension würde eben nicht in Geldzahlung, sondern in freier Wohnung bestehen. Der Rat der erfahrenen alten Beamten des Ruhestandes stünde dann den jungen aktiven aber weniger erfahrenen zur Verfügung. Dies hat auch den Vorteil, daß die Einwohnerschaft von Herzlia vergrößert wird. Natürlich befindet sich in Herzlia die Residenz des Staatsoberhauptes und vielleicht auch die «Tewish Agency (sollte aber der jüdische Teil von Jerusalem dem «Judenstaat zugeschlagen werden, dann wird die »lewish Agency es vielleicht vorziehen, ihren jetzigen Sitz beizubehalten). Schließlich wäre es vielleicht erwünscht, der Einwohnerschaft von Herzlia auch ein Nicht-Beamten-Element hinzuzufügen, das nicht störend, sondern, vielmehr fördernd wirkt. Das Ideal in dieser Hinsicht ist eine Universität. Da wir aber eine hebräische Universität bereits haben, mit Judaistik, Naturwissenschaften und Medizin in Jerusalem, Landwirtschaft in Rehovoth, Technische **) Wenn dieser Name akzeptiert wird, müßte natürlich das Dorf dieses Namens nördlich Tel-Aviv einen anderen erhalten.