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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 61

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Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
Betrachtungen über die Triebkräfte der jüdischen Wirtschaft
Date
1938-02-01
Page
Seite 61 (sequence 11)
Language
German
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4. Die Faktoren zweiter Ordnung, nämlich die verschiedenen Zweige des bestehenden Produktionsapparates, sind im wesentlichen das Ergebnis des bisherigen Wirkens von „expansiven Faktoren" und „Elementen der Produktionsbedingungen"; in ihrem Wachstum und Umfang werden sie von diesen eben genannten Kräften bestimmt. Insoweit sind diese Faktoren zweiter Ordnung als abgeleitet zu betrachten. Die Bezeichnung „Faktoren" verdienen diese jedoch, wreil jeder Wirtschaftszweig eine gewisse Wirkung auf dio anderen ausübt. Diese besteht aber nicht nur in einem Weiterleiten eines von außen erhaltenen Antriebes (z. B. Einwanderung) sondern kann auch andere Wirkungen haben. Im ersteren Falle würde eine vergrößerte Baubewegung als Folge der Einwanderung zu verstärkten Aufträgen an die Industrie führen. (Fast ein Drittel der Industrie arbeitet für den Bau.) Bei einer gewissen Größe der. verschiedenen Wirtschaftszweige besteht sozusagen ein „Mechanismus der Existenz", d. h. der Wirtschaftszweig übt, da er existiert, mit seinen Bedürfnissen, Produkten etc. eine dauernde — aber nicht gleichbleibende — Wirkung auf die übrige Wirtschaft aus. Technische Veränderungen (wie Elektrifizierung), Erweiterung der Produktion (durch Verdrängung des Auslandsproduktes vom Innenmarkt), strukturelle Veränderungen (wie die teilweise Umstellung vom Weinbau auf Zitrus) wären hier zu nennen. In einem erweiterten Sinne kämen vielleicht auch Kreditbedingungen und Preisbewegungen hinzu, obwohl hierbei auch andere Faktoren mitspielen. Dieser „Mechanismus der Existenz" kann in seiner Wirkung in einigen Fällen nur geringe Unterschiede aufweisen (wie z. B. im Transportgewerbe, das in der Krise kaum weniger Personen beschäftigt als früher). In einer nicht notwendigerweise expansiven Wirtschaft kommt diesem „Mechanismus der Existenz" große Bedeutung zu. Technische oder strukturelle Veränderungen ebenso wie Kreditbedingungen und Preisbewegungen bestimmen den Beschäftigungsgrad und die Ausnutzung des Produktionsapparates. Obwohl dies alles auch für Palästina zutrifft, ist die Bedeutung dieserE inflüsse hier wesentlich geringer, denn die Ausnutzung des Produktionsapparates und der Beschäftigungsgrad der Arbeiter wird in erster Linie vom Wachstum des Inlandsmarktes bestimmt. 5. Die obigen Betrachtungen über die Struktur der jüdischen Wirtschaft in Palästina haben ergeben, daß diese in entscheidendem Maße von den „äußeren expansiven Faktoren" abhängig ist. Es folgt daraus, daß jede jüdische Wirtschaftspolitik heute auf die Erreichung von zwei Zielen gerichtet sein muß:

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