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Palästina · 1938-02-01 · Heft 2 (Februar 1938) · p. Seite 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 2 (Februar 1938)
Article
Betrachtungen über die Triebkräfte der jüdischen Wirtschaft
Date
1938-02-01
Page
Seite 55 (sequence 5)
Language
German
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wesen. Jeder rechnet in dieser Pause mit einer zukünftigen Einwanderung — die Wirtschaft stellt sich darauf ein. Die Pause hat auch eine wirtschaftliche Funktion; sie ist sozusagen eine Verdauungspause. Das Verhältnis der vom Produktionsapparat selbst Erhaltenen zur außenstehenden Konsumentenschicht ändert sich, bis die zusammengeschmolzene Zahl der Letzteren durch eine neue Einwanderungswelle wieder vergrößert wird. Folgende grundsätzliche Unterschiede bestehen zwischen einer Pause" und einer Wirtschaftsumstellung durch dauerndes Aufhören von Einwanderung und Kapitaleinfuhr: a) Die „Pause" zehrt von den Menschen und dem Kapitalstrom der vorhergegangenen Jahre. b) Die Pause" ist charakterisiert durch stärkere nationale Kapitaleinfuhr und Durchführung öffentlicher Arbeiten, für die die Gelder durch die vorhergegangenen Jahre der großen Einwanderung beschafft worden sind. c) In der „Pause" gehen Investitionen — wenngleich in wesentlich kleinerem Umfange — weiter, und erfolgen im Rahmen der bisherigen jüdischen Produktionsbedingungen in Vorwegnahme der künftigen großen Entwicklung. d) In der „Pause" finden keine Stürze und Brüche in den Preisen von Grundstücken, Häusern, Hypotheken, Wertpapieren etc. statt. Diese starke Abhängigkeit der jüdischen Wirtschaft von den expansiven Faktoren drückt, sich klar im Trend der palästinensischen Wirtschaft aus, der, wenn man politische Faktoren ausschließt, in erster Linie von der Einwanderung bestimmt ist. Das genauere Eingehen auf das Verhältnis der expansiven Faktoren zur bestehenden jüdischen Wirtschaft ist nötig geworden, weil in letzter Zeit Theorien aufgetaucht sind (siehe Artikel von Rita Hinden in „Pa~ lestine and Middie East" Nr. 10/1937), die der jüdischen Wirtschaft das Zeugnis der vollendeten Reife und der Unabhängigkeit von den expansiven Faktoren ausstellen. Rita Hinden versucht, die Einwanderung als einen Faktor darzustellen, der zwar die Entwicklung beschleunige, für den Bestand der jüdischen Wirtschaft selbst aber nicht mehr nötig sei. Die jüdische W irtschaft steht jedoch noch nicht auf eigenen Füßen; schneidet man ihr die Lebensader der Einwanderung dauernd ab, so bleibt sie ein Krüppel, und zwar ein lebensunfähiger.

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