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Palästina · 1938-01-01 · Heft 1 (Januar 1938) · p. Seite 36

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 1 (Januar 1938)
Article
Der Buchhandel in Palästina
Date
1938-01-01
Page
Seite 36 (sequence 3)
Language
German
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Polizei, einer Bank oder im Handel zu finden, veranlaßt die Jugend, sich mat ihr Englisch zu kümmern. Der Sport, das Pfadfinderfein, Motorrad und Ante» das Kino und die fesselnden technischen Zeitschriften aus Amerika« shad weitere Wegbereiter des Englischen. Englische Romane, mit Ausnahme von „best seilers" werden wenig gekauft. Ebenso Judaiea. Gute Kriminalromane sind gerade bei den Intellektuellen sehr beliebt. Auch der Absatz an eigentlicher Fachliteratur, also Wissenschaft und Technik, ist nicht groß. Vier Arten von Büchern werden am meisten verlangt: Das Lehrbuch, wozu auch d'e Klassier zählen, Weltpolitik uifd moderne Memoiren; Populäre Wissenschaft und Handbücher alier Gebiete, worin neuerdings Staunenswertes geboten wird, und schließlich die billigen Serienausgaben vieler englischer Verleger, die fast jedes gute Werk der schönen Literatur, das älter ist als drei Jahre, für einige Piaster erschwinglich machen. Auch von amerikanischen Büchern werden regelmäßig nur gewisse Serienausgaben abgesetzt. Wichtig ist die amerikanische Fachliteratur für Landwirtschaft, Pädagogik und öffentliche Verwaltung, aber der Umsatz ist naturgemäß klein. Gut gehen Zeitschriften und Magazine aus Amerika. Recht bedeutend ist der Absatz deutscher Bücher. In Tel-Aviv ist er größer als in den anderen Städten, wo sich der englische Einfluß auch auf den Einwanderer stärker bemerkbar macht. Auch die aus Polen, Rußland und den Randstaaten stammende Bevölkerung liest eifrig deutsche Fachliteratur, über Landwirtschaft, Technik, Philosophie und Militärwesen. Jüdische Geschichte und zionistische Literatur wird ebenfalls viel deutsch gelesen und bildet einen wichtigen Teil des Absatzes. Barmizwa-Bücher für die Jugend, die in früheren Jahren oft deutsch geschenkt wurden, werden heute meist nur mehr hebräisch gewählt. Volkstümliche Wissenschaft, Weltpolitik und populäre lieftreihen spielen auch beim deutschsprachigen Buch eine große Rolle. Sehr beliebt sind Bücher über Kunst und preiswerte Kunstdrucke. Reisebücher sind etwas aus der Mode. Stark zurückgegangen ist der Absatz von Zeitromanen und von politischer Literatur» Ueberhaupt wird wenig schöne Literatur gekauft, da Leihbüchereien sehr verbreitet sind und deutsche Bücher hier überhaupt teuer sind. Die Haavara gewährt zwar auf reichsdeutsche Bücher einen Rabatt vom Ladenpreis, aber infolge der teuren Auslandsmark kommt ein deutsches Buch mit Porto immerhin auf mindestens 1/4 bis i/2 Pfund zu stehen, was hier viel Geld ist. Ein Zeichen der Zeit ist der lebhafte Absatz von Karten und Atlanten. Den Schulbedarf ausgenommen, werden viele deutsche und österreichische Atlanten gekauft, weniger die dürftigeren englischen Ausgaben. Ein hebräischer Atlas existiert derzeit nicht, wird aber vorbereitet. Das palästinensische Amt für Landesaufnahme hat in den letzten Jahren wohifeile Karte» in allen Größen herausgebracht, meist englisch und hebräisch, die vorzüglich bearbeitet und gedruckt sind. Sonst ist die Produktion der Regierungs-Druckerej recht bescheiden und beschränkt sich auf Gesetzestexte und Jahresberichte der Aemter. Der Buchhandel findet bei den amtlichen Stellen wenig Entgegenkommen. Sogar Schulbücher und der Bedarf aller Regierungs - Anstalten und Truppen wird von der Regierung durch das Kolonial-Amt in London gedeckt! Gegen diese und andere Behinderungen sucht sich der Buchhandel durch Zusammenschluß zur Wehr zu setzen. Außer dem erwähnten Verband der hebräischen Buchhändler gibt es den Landesverband der am Auslandsbuch interessierten Buchhändler. Erst in diesen Tagen hat dieser das Publikum aufgerufen, Bücher und Zeitschriften nicht mehr direkt im Ausland, sondern durch den

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