Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Der Buchhandel in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 2)
- Language
- German
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kleinere arabische Buchläden und außerdem gibt es einige Kioske mit Zeitschriften, Broschüren und Schulbüchern. Infolge der schwierigen Erlernbarkeit der Schriftsprache können nur 26 o/o der arabischen Bevölkerung lesen. Die englischen Buchkäufer aus der Beamtenschaft, der Polizei und den Truppen, deren Einkommen verhältnismäßig hoch ist, bevorzugen den arobischen Buchhandel, soweit er zur Stelle ist. Wo dies nicht der Fall ist. bilden sie einem: wichtigen Kundenkreis des jüdischen Buchhändlers. Bis zu den Unruhen konnte dieser auch, besonders in Haifas mit zahlreichen arabischen Kunden rechnen, vor allem Schülern und Regierumgsbeamten. Das ist jetzt vorbei. Das ausländische Buch. Es gibt 4 englische Buchhandlungen in Palästina, 2 in Jerusalem, je eine in Haifa und Jaffa. Die letztere ist die Filiale der englischen Bibelgesellschaft und auch in Jerusalem besteht eine Missions-Buchhandlung. In Haifa führt ein schottisches Kaufhaus eine Buchabteilung, die hauptsächlich Engländer beliefert. Das vierte Geschäft ist ein kleiner Laden in Jerusalem, hauptsächlich Lembücherei. Auch eine deutsche Buchhandlung gibt es, die einer wohltätigen Stiftung in Jerusalem angegliedert ist und meist im Eigenverlag arabische und deutsch-arabische Schulbücher vertreibt. Mit den beim arabischen Buchhandel erwähnten Ausnahmen, besorgen den Vertrieb ausländischer Bücher und Zeitschriften vor allem jüdische Buchhändler. Zu diesen gehören etwa 12 Buchläden, die nach Größe und Einrichtung europäischen Charakter tragen. Das ist nicht wenig, wenn man weiß, daß die reiche Millionenstadt Kairo nur 6 größere Buchhandlungen zählt. Manches vom kommenden Wachstum ist hier vorweggenommen. Ausländische Bücher in erster Linie führen insgesamt in Jerusalem 7, in Tel-Aviv 13, in Haifa 10 jüdische Buchhandlungen. Auch diese Geschäfte werden meist von einer Familie geführt. Nur eine Buchhandlung ist groß genug für eine Partnerschaft und nur zwei besitzen Filialen. Bei den erwähnten 12 größeren Firmen sind insgesamt etwa 30 Angestellte tätig. Diese jungen Leute haben ein großes Fachwissen und sehr geringe Ansprüche. Die Nachfrage nach polnischen Büchern ist bedeutend, auch deshalb, weil sie broschiert und sehr billig & nd. Rumänische und ungarische Literatur, die noch vor zwei Jahren an vielen Stellen verkauft wurde, hat zugunsten des Hebräischen ihren Absatz verloren. Russische Bücher werden in steigendem Ausmaß abgesetzt, aber fast nur technische und wissenschaftliche Literatur, deren Umfang rasch wächst. Russische Romane und politische Schriften bleiben meist liegen. Wenig dankbar für den Buchhandel ist das französische Buch. Der Fülle der Neuerscheinungen, mit der sich nicht Schritt halten läßt, steht ein kleiner aber verwöhnter Käufeikreis gegenüber, der zwar alles sehen möchte, aber nur nach subtilsten Wünschen zu kaufen pflegt. Das französische Porto nach Palästina ist dreimal so hoch wie nach Syrien, was die Bücher natürlich verteuert. Stetig und nicht gering ist der Absatz an französischen Lehr- und Wörterbüchern. Noch gibt es übrigens kein Lehrbuch des Französischen in hebräischer Sprache. Groß und rapid wachsend ist der Absatz englischer Bücher. Man schätzt, daß 150.000 Menschen im Lande englisch lesen können. Der Käuferkreis ist natürlich viel kleiner und dürfte 25.000 nicht überschreiten. Die einzige englische Tageszeitung im Lande erscheint in etwa 3000 Exemplaren. In den unteren Schulklassen, auch in den Regierungsschulen, wird Englisch überhaupt nicht und in den höheren Klasse» auch nicht so gelehrt, daß die Absolventen aus eigenem Antrieb jemals ein englisches Buch lesen würden. Erst die Absicht, eine Stellung b?i der Post,