Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Der Buchhandel in Palästina
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 1)
- Language
- German
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KULTURELLES LEBEN. DeP Buchhandel in Palästina. Von Herbert A. Stein, Tel-Aviv. Jahr um Jahr steigt der Absatz hebräischer Bücher. In den Schulen rücken die Jahrgänge auf, die Einwanderer lernen noch dem Sprechen auch das Lesen. Es wächst der Bereich der hebräischen Literatur, eine Fachliteratur entstehe langsam, befruchtet vom Lern- und Lesebedürfnis des Volkes. Welchen Anteil hat der Buchhandel an dieser Entwicklung? Der hebräische Buchhandel. Die hebräischen Buchhändler bemühen sich redlich um die Verbreitung des Buches. In den vielen Buchläden kann das Publikum die Produktion der Verlage prüfen und auswählen. Sachkundig wird der Jugendliche oder der Anfänger in hebräischer Lektüre beraten. Am Tor vieler Fabriken wartet der Kolporteur des Buchhändlers bei Betriebsschluß mit seinem Büchertisch. Bei Veranstaltungen aller Art sind Bücher und Broschüren zur Stelle. Viel wird auch auf Kredit verkauft, in Krisenzeiten nicht immer ohne Verluste. Die Erträgnisse des Buchhandels sind gering. Fast jeder hebräische Buchhändler ist ein Mann des Buches, der an seinem Beruf mit dem Herzen hängt, in guten wie in schlechten Zeiten. Für geräumige oder gut ausgestattete Läden langt es selten. Tel-Aviv hat drei, Jerusalem und Haifa je eine größere hebräische Buchhandlung. Kleinere Läden gibt es in Jerusalem acht, in Tel-Aviv siebzehn, in Haifa neun. Einige Verleger unterhalten eigene Sortimente. Ein Verlag, der vor allem Schulbücher herausgibt, hat 19 Läden. In den kleineren Orten wie Tiberias, Petach Tikwah, Rechowoth haben Buchhändler neben den Verlags-Filiaien und den Papierhandlungen wenig Möglichkeiten. Ueber einige Umstände w?ird besonders geklagt. Die Verdienstspanne am hebräischen Buch ist weitaus geringer als am ausländischen. Die Verleger sind sich ihrer Verpflichtung dem Publikum gegenüber bewußt, die Buchpreise möglichst niedrig anzusetzen. Bei den kleinen Auflagen, 30G0 bis 6000, fällt das schwer, wenn der Buchhandel seinen vollen Anteil bekommen soll. Außerdem werden häufig Werke, die einen guten Absatz erwarten lassen, vom Verleger direkt an das Publikum vertrieben. Auch viele Schulen und Bibliotheken kaufen direkt beim Verlag. In diesem Jahre hat die Stadt Tel-Aviv Schulbücher zum erstenmal durch den Buchhandel bezogen, allerdings mit bloß 5°/o Nutzen und halbjährigen Zahlungsfristen. Nur in Tel-Aviv gibt es vorläufig einen Verband, der die Preise regelt. Auch der Ladenschluß ist außerhalb von Tel-Aviv beim hebräischen Buchhandel noch nicht geregelt. Das Geschäft wird meist vom Besitzer und seiner Familie geführt. Für Angestellte gibt es etwa 25 (besetzte) Stellen im Lande, daneben sind etwa 50 Fachleute als Filiaileiter von Verleger-Sortimenten beschäftigt. Der arabische Buchhandel. Eine ganz andere Struktur zeigt der arabische Buchhandel. Ein Araber besitzt die größte Buchhandlung Jerusalems mit 7 Angestellten und großen Filialen in Haifa und Jaffa. Außer ihrem großen arabischen Lager hält sie eine große Auswahl an englischen und französischen Büchern. Diese Firma beliefert auch die Regierungsschulen im Lande, deren Unterrichtssprache arabisch ist. In Jaffa besteht eine gute arabisch-englische Buchhandlung, die einem christlichen Araber gehört. In Haifa, Nazareth, Nablus und Gaza bestehen