Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- An der Schwelle des neuen Wirtschaftsjahres
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 32 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2379786-2379966-2379967-2414314--26634-2414433- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Juni 1937 17,354.483 13,238.509 Oktober 1937 16,394.100 14,059.876 Ab Juni 1937 wurden einige Finanzinstitute, die nicht als Banker» registriert sind, bis dahin aber in der Bankstatistik eingeschlossen waren, aus dsiesei» ausgegliedert, so daß sich die Ziffern ab Juni 1937 entsprechend erniedrigen, und nicht durchgehend vergleichbar sind. Der Depositenrüek^ang seit Juni macht rund b1/2°o aus. Es bleibt abzuwarten, ob sich diese Bewegung fortsetzt oder nur vorübergehenden Charakter hat. Falls der Depositenrückgang weitere Fortschritte macht, so kamn das auf die Dauer nicht ohne Rückwirkungen auf die Kreditgewährung bleiben, die seit Anfang 1936 stand g erweitert wurde und die Finanzlage der Wirtschaft zweifellos erleichtert hat. Fassen wir zusammen: Wenn man die Auswirkung der Depression ziffernmäßig fixieren will, so läßt sich der Geschäfts- und Umsatzrückgang im Durchschnitt auf etwa 20°/o veranschlagen. Er ist aber nicht gleichmäßig über die verschiedenen Wirtschaftsgebiete verteilt, sondern trifft einzelne Zweige gar nicht oder nur geringfügig, andere dagegen umso schwerer. Von dem im ganzen verhältnismäßig geringfügigen Importrückgang wird der Nahrungsmittelimport überhaupt kaum, der Import gewisser Rohstoffe und Industriewaren ziemlich einschneidend berührt. Aehnlich Fegen die Verhältnisse bei der inländischen Produktion: die landwirtschaftliche Erzeugung ist seit 1935 gestiegen, die industrielle dagegen, zum Teil wahrscheinlich sehr erheblich zurückgegangen, und der industrielle Produktionsrückgang trifft wiederum weniger die Nahrungsmittelindustrie, als diejenigen Industriezweige, die mit der Bauwirtschaft in Zusammenhang stehen und andere Investitions- oder entbehrliche Konsumgüter erzeugen. Wenn ein Konjunkturrückgang, der das Produktions- und Umsatzvolumen um 20&o reduziert, nach dsn Maßstäben der letzten Weltkrise auch nicht als übermäßig scharf erscheinen mag, so ist doch aber zu berücksichtigen, daß die Bauwirtschaft und ein großer Teil der Industrie unter einem konzentrierten Depressionsdruck, der noch durch die knappe Finanzbasis der meisten Unternehmungen verschärft wird, leidet. Im übrigen aber befindet sich die palästinensische Wirtschaft noch im Aufbaustadium und ist in ihrer ganzen Konstitution auf Markt- und Umsatzerweiterung eingestellt, so daß der Rückschlag um so fühlbarer zur Auswirkung kommt, indem er in vielen Fällen die Produktion unter das wirtschaftliche Produktionsminimum zu drücken und zahlreiche Unternehmungen um die Rentabilität zu bringen droht. Die Ueberzeugung, daß etwas Durchgreifendes zur Stützung der von der Depression am schwersten betroffenen Teile der Wirtschaft — vor allem der Industrie — geschehen muß, hat sich allgemein durchgesetzt. Bereits kurz nach dem Ausbruch der Unruhen begann die Histadruth in Verbindung mit anderen Institutionen auf dem Gebiet der Arbeitsbeschaffung durch öffentliche Arbeiten eine Aktivität zu entfalten und die zur Durchführung derselben gegründete Bizur Ltd. hat beträchtliche Mittel für diese Zwecke mobilisiert. Die Histadruth führt auch in den letzten Wochen eine neue Aktion unter der Arbeiterschaft durch, um dem Arbeitsbeschaffungsfonds durch Lohnabgaben neue Mittel zuzuführen. Es fragt sich ab^r, ob diese Maßnahmen genügen. Die Durchführung öffentlicher Arbeiten, die große Mittel verschlingt, bringt für den Arbeitsmarkt nur