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Palästina · 1938-01-01 · Heft 1 (Januar 1938) · p. Seite 26

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Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 1 (Januar 1938)
Article
Das neue Weissbuch
Date
1938-01-01
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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Haltung der gesamten arabischen Bevölkerung gegen die Terroristen werde eine weniger duldsame. Doch das Zögern der Regierung in der FortfühRmg ihrer politischen Linie seit dem Peel-Bericht hat eine neoe Unsicherheit, ja einen last lähmenden Schwebezustand geschaffen, der noch unerträglicher ist, als der vorherige. Erst durch diese Unschlüssigkeit wurde einer Reihe von Kombinat nationen, Quertreibereien, Einmischungsversadhea, Projekten von außen Raum gegeben. Und plötzlich rafft sich die Regierimg auf, um — in die alte Politik Wauchopes zurückzuverfallen: auch dem neuen Terror mit Konzessionen an die Araber zu begegnend Eine solche Konzession liegt zweifellos in dem vorliegenden Weißbuch vor, das vorläufig nur zwei Alternativen für die künftigen Vorschläge erkennen läßt: die eine, daß für den projektierten jüdischen Staat so ungünstige territoriale Bedingungen aufgestellt werden, daß die Juden einen solchen Vorschlag kaum annehmen könnten und die andere, daß der Teilungsplan überhaupt aufgeben und, nach Vorschlag der Peel - Kommission für diesen Fall, die* jüdische Einwanderung auch weiter auf maximal 1000 Köpfe im Monat festgesetzt wird. Das sind trübe Aussichten für die Juden, besonders in einer Zeitepoche, in der sich ihre Lage in der Diaspora täglich rapid verschlechtert. Die Judenfrage ist heute tatsächlich, wie Herzl es voraussagte, eine internationale geworden, das heißt eine Frage, die alle Staaten angeht, und sie wird nicht mehr von der Tagesordnung der europäischen Politik verschwinden. Daß es für sie nur die* eine Lösung gibt, die schon Herzl vorgedacht hat, braucht heute nicht naher ausgeführt zu werden. Für die Juden selbst gilt es, in dieser Situation die politische Konzeption weit über den Streit um Details zu spannen. Ihre radikale Forderung nach genügend Raum und voller Autonomie kann zwar durch nichts erschüttert, wohl aber kann sie viel konkreter ins Positive gewendet werden, als es bisher geschah, wo nach dem Kongreß der Widerstand gegon das Tei^ lungsprojekt erstarkt ist, ohne daß Möglichkeiten gezeigt wurden, aus der Sackgasse zu gelangen. Wenn die Zionisten stets mit Recht gesagt haben, daß die Araber von ihrer Arbeit nur Nutzen haben, so war das weder der Selbstzweck der zionistischen Tätigkeit, noch wollten die Araber ihre eigenen politischen Ziele gegen wirtschaftliche Vorteile eintauschen. Heute, wo die Araber — und gerade die verzweifelte Art ihres Widerstandes beweist dies — wissen, daß die Kraft des jüdischen Jischuw unerschütterlich ist und einen nicht mehr zu beseitigenden starken und zukunftsreichen politischen Faktor im Nahen Osten bedeutet, müßte es möglich sein, mit ihnen ein Abkommen zumindest für eine gewisse Zeit zu treffen, denn durch ein solches mit England allem wird kein Friede zu erlangen sein. Die Formel von Majorität und Minorität iss dabei eine rein ziffernmäßige und auch bisher hat das Zahlen Verhältnis der Nationen in Palästina staatsrechtlich nicht den Standard der Juden als „Minorität" mit sich bringen können. Unter der Bedingung der „Parität", das heißt, daß ihr Charakter als gleichberechtigtes Staatsvolk verbürgt werde, hatten sie sich ja auch mit dem Legislative Council abgefunden. Außerdem aber sind vielfach Anzeichen dafür sichtbar geworden, daß die arabischen Nachbarstaaten Palästinas jetzt gewillt wären, eine Kolonisation von Juden zuzulassen. Hier ergeben sich Ansatzpunkte zu einer Regelung, nicht in dem Sinne, wie es Samuel und Magnes vorschlugen — denn zu einer Festsetzung eines dauernden Minoritätsverhältnisses werden die Zionisten unter keiner Bedingung zu haben

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