Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Die Siedlungskapazität der Orientländer
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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zahlreichere Bevölkerung braucht; das ist eine Voraussetzung l&e* Foitßchritts/'f) Gewiß müssen dabei nii^ ^^i^äSii^^^^F^ err&dSiB^ TöerSäL -> '„? v v i. ^- :: ' " ~- - wie sie gelegentlich über die vor <$et» Kriege vertreten wurdet. Man hat damals von einer zusätzliche*! landwirtschaftlichen fevÖfccnmg von h^ 48 Millionen gesprochen! Aber es £ann als ziemlich sichertgelten, daß neben der heutigen Bevölkerung noch 3 bis 4 Millionen Menschen Nahrung und Existenz finden und sich gleichzeitig für die bereits ansässige Bevölkerung als Motor gewaltigen Fortschrittes auswirken können. Die Schwierigkeiten, die sich im Irak wie überall der Verwirklir chung solcher Projekte entgegenstellen, sind nicht unüberwindlich. Sie liegen zunächst auf landwirtschaftlich-technischem, genauer gesprochen bewässerungstechnischem Gebiet. Neben den im Orient überall vorkommenden Problemen, wie Versalzung, Nährstolfarmut des Bodens, ergeben sich im Irak besondere Aufgaben durch die Natur der Wasserläufe. Das Hauptproblem hat schon immer darin bestanden, das Land in der geeigneten Form mit Wasser zu versorgen. Durch das heftige, in kurzer Zeit auftretende jährliche Anschwellen des Stromes, das im Frühjahr nach der Schneeschmelze in den kleinasiatischen Bergen erfolgt, überschwemmen jedes Frühjahr gewaltige Wassermassen mit großer Gewalt die Ebenen und richten dort häufig Zerstörungen an. Eine weitere Folge dieser Ueberschwemmungen ist der Wechsel der Fluß- und Strombetten, 2) Bezeichnend für die Verhältnisse, die sich aus der spärlichen Bevölkerung ergeben, sind die Schwierigkeiten, die im Zusammenhang mit der vermehrten Anwendung von Motorpumpen und der Errichtung neuer Bewässerungs- Carmen aufgetreten sind. Diese Entwicklung bewirkte lediglich eine Wanderung der landwirtschaftlichen Bevölkerung in die jetzt anziehender gewordenen Gebiete intensiver künstlicher Bewässerung. Der Zehnjahres-Bericht der britischen Regierung über die Verwaltung des Irak für die Jahre 1920 bis 1931 enthält darüber folgende Bemerkungen: „Die Zahl der nach den neuen Methoden bewässerten Farmen wurde so groß, daß die ohnehin ganz ungenügende landwirtschaftliche Bevölkerung von ihrer früheren landwirtschaftlichen Betätigung weg zu den neuen Unter* nehmungen gezogen wurde. Eine Bewegung dieser Art muß angesichts der spärlichen landwirtschaftlichen Bevölkerung notwendig schwere wirtschaftliche und soziale Folgen haben. Die männliche arbeitsfähige landwirtschaftliche Bevölkerung dürfte kaum mehr als 500.000 Seelen zählen. Pläne für die Durchführung neuer Bewässerungsanlagen haben gewöhnlich nur eine geographische Verschiebung der Bebauungszonen, nicht aber eine Vergrößerung der gesamten Kulturfläche zur Folge."