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Palästina · 1938-01-01 · Heft 1 (Januar 1938) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
21 (1938)
Issue
Heft 1 (Januar 1938)
Article
Die Siedlungskapazität der Orientländer
Date
1938-01-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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machen. Wir wollen im folgenden nun sehen, welche zusätzlichen Anbaumöglichkeiten sich auf Grund der vorhandenen Daten gegenüber dem jetzigen Zustand ergeben.1) Vier Fünftel der Gesamtfläche des Irak, rund 360.000 von 453.500 Quadratkilometer, sind zur Zeit nicht kultivierbar. Diese Fläche umfaßt im wesentlichen die Wüsten- und Steppengebiete im Westen, Südwesten und Osten, die Sumpfländer an den Unterläufen der Ströme und das verkarstete Bergland im Norden. Trotzdem bleibt auch dann noch eine anbaufähige Fläche von rund 90.000 km2, das ist fast dreimal so viel, als das gesamte hieute kultivierbare Land in Aegypten. Unter dem Pflug befinden sich im Irak im ganzen etwa 78.000 km2; aber nur ein Bruchteil wird dauernd bebaut, der Anbau erfolgt nämlich in der Regel sporadisch. Nach den primitiven Methoden der zum großen Teil nomadisierenden Fellachen wird ein Stück Boden nur solange bebaut, bis die Fruchtbarkeit nachläßt; dann übersiedelt das betreffende Dorf oder der Stamm in ein anderes Gebiet. Die in einem Jahr gleichzeitig unter Kultur stehende Fläche erreicht kaum mehr als 15.000 bis 20.000 km2, das heißt, nur 16—22<>/o des gesamten kultivierbaren Gebietes. Auch dort, wo eine dauernde Bebauung stattfindet, so insbesondere in den Flußgebieten, die durch Pumpen bewässert werden, sind die Bebauungsmethoden noch sehr primitiv. Bei der ausschlaggebenden Bedeutung des Umfanges der bewässerbaren Fläche für die Siedlungskapazität soll hier noch eine Uebersieht über die in den einzelnen Verwaltungsbezirken des Landes vorhandenen Bewässerungszonen gegeben werden. Diese auf künstliche Bewässerung angewiesenen Flächen werden von den Kanälen teils durch Schwerkraft (dort, wo die Kanäle höher als das umgebende Land liegen), teils durch Hochpumpen des Wassers (dort, wo die Kanäle tiefer als das umgebende Land liegen) ber wässert. Aus der nachfolgenden Tabelle ^,eht hervor, daß die eigentliche Zone der bewässerbaren Böden rund 51.000 km2 beträgt, von denen der größte Teil in den südlichen Provinzen des Landes liegt. Die auf Regenfall angewiesenen Anbaugebiete im Norden werden auf rund 41.000 km2 gesehätzt. Die Bevölkerungsdichte für das anbaufähige (und teilweise bebaute) Gebiet betrug im Jahre 1930 36 Einwohner pro Quadratkilometer; auf die Regenzone und die bex) Die folgenden Ziffern über die Anbauflächen etc. im Irak stutzen sich aöf Sir Ernest Downson's amtliche Untersuchung der Bodenrechtsverhältnisse und verwandter Fragen im Irak. (Inquiry into Land Tenure and Related Questions, London—Bagdad 1932).

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