Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Die Siedlungskapazität der Orientländer
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2379786-2379966-2379967-2414311--26602-2414404- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
einen Bruchteil der freien Siedlungsgebiete in der Türkei in Anspruch genommen. Der Versuch, eine Lösung mancher, mit der Entfaltung nationalistischer Bewegungen entstandenen Nationalitaten - Probleme und Konflikte durch Wiederansie^Hung der bedrängten oder heimatlos gewordenen Volksgruppen in orientalischen Ländern anzustreben, lag auf der Hand. Jedoch wäre e» illusorisch, eine solche Losung auf Grund rein stalisUscher Ber^ der für die Siedlung verfü^bai^n Bodenflächen auszuarbeiten, ohne die besonderen sozmlen, wirtschaftlich^ der Nachkriegszeit im Orient zu berücksichtigen. Die Darstellung dieser Bedingungen, all der Schwierigkeiten, die sieh ans der politischen und nationalen Entwicklung der Orientländer ergaben und ergeben, ist nicht der Zweck dieser Zeilen; aber auch schoü die Ermittlung der für Neusiedlung theoretisch zur Verfügung stehenden Bodenflächen, im wesentlichen eine rein bodenkundlich-wirtschaftliche Untersuchung darf unser hohes Interesse beanspruchen. Dabei sind wir uns klar darüber, daß für eine solche Untersuchung neben der Kenntnis der Landesverhältnisse genaue Daten über den Umfang der kultivierbaren Böden, die Besiedlungsdiehte, die Bewässcrungsverhältnisse, die bodenrechtlichen und sozialen Bedingungen erforderlich sind. Es kann darüber hinaus gesagt werden, daß es selbst im Idealf all der Kenntnis des gesamten notwendigen Materials kaum möglich sein wird, mehr als allgemeine Schlüsse hinsichtlich der endgültigen Siedlungskapazität zu ziehen. Irak. Für die Beurteilung der Siedlungskapazität eines Landes sind die Natur und Beschaffenheit der Böden im weitesten Sinne und die bestehende Bevölkerungsdichte maßgebend. Unter beiden Gesichtspunkten erscheint von allen Ländern des Vorderen Orients das Zweistromland am reizvollsten. Die Siedlungsdichte dieses Gebietes ist im Vergleich selbst mit den relativ gering besiedelten orientalischen Nachbarländern sehr niedrig. Die Anbaumöglichkeiten sind durch die zentralen Wasseradern, die einen großen Teil des gesamten anbaufähigen Gebietes durchströmen und dort Bewässerungsmöglichkeiten schaffen, vor den auf natürliche Befeuchtung durch Regenfall angewiesenen Gebieten in den Nachbarländern begünstigt. Zwei erste Voraussetzungen scheinen somit erfüllt zu sein, um Irak zu einem für Neusiedlung besonders geeigneten Gebiet zu