Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 21 (1938)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1938)
- Article
- Die Siedlungskapazität der Orientländer
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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- Aleppo 1× ep/1047811
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In besonderem Maße treffen diese Verhältnisse für den Irak und die Türkei, einen großes Teil Syriens und Trans Jordaniens zu. Dabei zeigen überall verstreute Siedlungsreste aus den verschiedensten Epochen, von der Antike bis in die letzte Gegenwart, daß ein großer Teil der heute wüst und unbesiedelt liegenden Gebiete früher dicht bewohnt, ja oftmals Zentren der Kultur und Zivilisation jener Tage gewesen waren. Besonders augenscheinlich ist dies für Bestimmte Gebiete in nächster Nähe Palästinas. Im Hauran, ferner nördlich von Damaskus, finden sich östlich der gegenwärtigen Bebauungsgrenze, d. h. also in einem Gebiet, das heute allgemein als Oedland oder Wüste gilt, zahllose Ruinenstätten bis tief in die Steppenregion hinein. Noch bis in die späthellenistische und frühbyzantinische Epoche waren diese Gebiete nach den uns erhalten gebliebenen baulichen Resten und schriftlichen Zeugnissen besiedelt. Das gleiche gilt für das Gebiet in Nordsyrien, das sich zwischen Aleppo, Antiochien und dem Orontes im Süden erstreckt^ in dem auf heute verfallenem Land Dutzende von einst blühenden Siedlungspunkten der Antike nachgewiesen werden konnten. Im Süden Palästinas, im Grenzgebiet gegen Aegypten, das heute den Anschein reiner Wüste macht, konnten auf engem Raum die Trümmer von einem halben Dutzend Städten nachgewiesen werden. . .^[. Für Mesopotamien, einem Land, m dem durch die besondere» klimatischen Bedingungen Ruinenreste weniger gut erhalten blieben,/ als in den orientalischen Mittelmeerländern, liegt uns eine Fülle literarischer Zeugnisse über den Hoehstand der Landwirtsdhaft und der Siedlungskultur in der Antike und im frühen Mittelalter vor. Sowohl im eigentlichen Mesopotamien —das heute den nördlichen Teil des Staates Irak bildet — als in dem südlich gelegenen Babylonien haben dort, wo heute nur primitive Fellachendörfer liegen und Halbnomaden ein kümmerliches Leben fristen, blühende und dichtbevölkerte Reiche, Höhepunkte menschlicher Kultur, bestanden. Für Anatolien ist es nicht notwendig, tief in die Vergangenheit zurückzugreifen. Die Zeugen der dichteren Besiedlung aus einer kaum verflossenen Gegenwart sind heute noch überall deutlich sichtbar. Wer von der neuen Hauptstadt des Landes, Ankara, nach Westen fährt, wird angesichts der zahllosen verlassenen griechischen Dörfer immer wieder daran erinnert, daß diese Gebiete bis vor kurzem von einer nach Hunderttausenden zählenden Bauernbevölkerung bewohnt gewesen sind. Die Wiederansiedlung türkischer, resp. moslemischer Bauern aus den Balkanländern hat nur