Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Im Bezalel
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir erwähnten die selbständige Ornamentierung, dazu kommt die Zeichenabteilung, wo die ersten Versuche in palästinensischer Landschaft gemacht rwurden, während auf dem Gebiete des Porträts manche vorzügliche Leistungen vorliegen. Dazu stehen die Jerusalemer Juden und der urwüchsige Fellache und Beduine Modell. Was die palästinensische Landschaft betrifft, so bietet sie ja in ihren wundersamen Farbentönungen, in ihrem grossartigen Ernst und ihrer zarten Feinheit noch ein unabsehbares Feld künstlerischer Gestaltung. Erwähnen wir noch einige selbständige Zeichnungen z. B. den „Träumer" oder das „Bezalelbild" von Stark.*) Wir sahen, dass das Material der Gestaltung, Linie und Form, aber ebenso auch der dargestellte Gegenstand der städtischen und landschaftlichen Umgebung entnommen werden. Und wie sie da in den Bergen und am Jordan herumstreifen, die Farben vom Himmel und Erde erspähten, Blumen und Schmetterlinge einheimsten, Schlangen erlegten und bunte Vögel erhaschten, begannen sie den Grund zu legen zu dem kleinen, aber an interessanten Objekten reichen Museum. Schmetterlinge und Vögel und Eier und Schlangen und Mineralien vom Toten Meer und Muscheln — alles in sorgfältiger Anordnung. Von den grösseren Objekten erregt ein palästinensescher Steinbock, ein Krokodil, eine ganze Serie grosser Raubvögel, eine Riesenschildkröte und mehrere seltene Fische unsere Aufmerksamkeit. Und da es in Palästina nicht gar viele Menschen gibt, die sich mit der Erforschung der Flora und Fauna eingehend und ständig beschäftigen, wird in diesen Sammlungen auch manches wissenschaftlich wertvolle enthalten sein. So wurden z. B. im Gebiete von Jericho winzige Kolibris entdeckt, wie sie bis jetzt nur in Brasilien als wohnhaft angenommen wurden, und einige bisher unbekannte Schmetterlingsarten wurden des lateinischem Namens einer jüdischen Kolonie gewürdigt. In jüngster Zeit wurde mit einigen Steinadlern auch der Anfang zu einem Vivarium, sowie ein kleiner botanischer Garten angelegt. Neben den naturhistorischen fesseln uns die archäologischen Sammlungen, obgleich dieselben nicht aus systemisierten Arbeiten, sondern nur aus gelegentlichen Funden und Schenkungen hervorgegangen sind. Sehr viel stammt aus den Kolonien, die oft genug auf althistorischem Boden erbaut sind. Neben zahlreichen alten und ältesten Münzen, kleinen Oelkrügen in mannigfacher Grösse und Form finden' sich Wurfsteine der Festung Betar, uralte Gewichtsstücke, viele sogenannte ■"*) Die Redaktion der Welt hat uns 'in liebenswürdiger Weise hiezu Cliches zur Verfügung gestellt. 162