Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 8-9
- Article
- Lag-Baomer im Bezalel
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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einem Kämpfer an den anderen. Er wünschte zugleich, dass der „»Bezalel" auch ferner von fremden Meinungen, auch von diesen, welche glauben, dass sie für ihre wenigen Pfennige aiies verlangen können, nicht abhängig sei und ferner, dass der „Bezalel" sein hohes angestrebtes Ziel erreiche, dem Armen Brot und dem Volke Geist zu schaffen. Unter anderem erwähnte er auch die wunderschöne talrtfudische Sage, dass, wann der Messias kommt, der Todesengel den Teufel töten wird und werden die Frommen ihn für einen Berg halten, so dass sie sich wundern werden, dass sie so ein Ungeheuer bekämpfen konnten und die Schlechten werden ihn als eine Gerste erblicken und sich ärgern, dass sie so eine Kleinigkeit nicht beherrschen tonnten. Und so wird es sein, wenn der „Bezalel" sein Ziel erreichen wird, werden diejenigen, die mitgearbeitet haben, alle Stürme und Wtetter, die sie überwunden haben, in ihrer wahren Grösse erst überblicken und glücklich sein, dass sie endlich ihr Streben erreicht haben. Djer bekannte Redner, Herr Mossinsohn, der während seines kurzen Hierseins sich bereits bei der ganzen hiesigen Bevölkerung beliebt gemacht, hat sich dieses Mal am meisten mit seiner Rede ausgezeichnet; ich kann mir nicht versagen, wenigstens das Ende seiner Rede hier wiederzugeben. Als er die Ursache der Beliebtheit des „Bezalel" beim Volke erklärte, erzählte er folgendes Märchen: Es war ein Maler, dessen Bilder sich mit ihrer wunderschönen Farbe vor andern Künstlerarbeiten auszeichneten. Seine Kollegen bewunderten sie, kauften dieselbe Farbe, dieselben Pinsiel und doch wraren die seinigen die schönsten. Es war ein Geheimnis und dieses wurde nach seinem Tode bekannt. Als man ihn beim Tode entkleidete, sah man auf seiner Brust eine Wunde und von dieser Wunde (pflegte er das Blut zu holen und es mit den Farben fcu mischen. Wisset Ihr, warum es Herrn Prof. Schatz gelungen ist, den „Bezalel" als Institut beliebt zu machen? Das Blut seines Herzens ist dabei verwandt worden, er hat viel, sehr viel ihm geopfert, doch hütet Euch, dass er nicht selber als Opfer falle!, . . . Die Versammlung weilte (noch lajnge auf dem Dache des „Bezalel". Bis spät in die Nacht unter dem blauen palästinensischen Himmel und vor dem Lichte der goldenen Sternlein klang laut bis an das alte Jerusalem gelangend der Gesang von Männern und Frauen, Jünglingen und Mädchen: * „Od lo awda Tikwatenu! . . . ." * * Drei Tage lang waren das Museum und die Ausstellung offen, drei Tage lang der „Bezalel" der Punkt, wohin sich alle Bewohner Jerusalems, Juden, Christen, Mohamedaner, Alte und Junge, Fromme und Freie begaben, alle haben das Fest mitgefühlt, mehr aber der Jude, da der „B/ezalel" ein Teil seines 155