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Palästina · 1908-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 148

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 8-9
Article
Die Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem
Date
1908-01-01
Page
Seite 148 (sequence 5)
Language
German
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In ganz Palästina können noch einige Hundert jüdischer Steinhauer Arbeit finden und einigen Kaufleuten bietet sich dabei die Gelegenheit für geschäftliche Unternehmunegn, wie Steine zum Verkaufe hauen und metzen zu lassen usw. Der Bezalel hat für dieses Fach zuerst eine Probe mit vier Jünglingen aus Russland gemacht und, jiachdem ,er den Nutzen (bei der Verbreitung dieser Arbeit bei den Juden und besonders bei den jüdischen Emigranten eingesehen hat, ver~ grösserte er diese .Abteilung. Voriges Jahr zählte sie 42 Schüler. Diese Zahl wurde aber geringer, da viele zum Militär nach Russland zurückberufen wurden. Die übrigen arbeiten jetzt bei verschiedenen Bauten und sechs von ihnen haben eine korporative Gesellschaft gegründet, um gemeisselte Steine zum Verkauf vorzubereiten und verdienen dadurch ihren Lebensunterhalt. Nach dem Passahfeste sind 23 neue Schüler (Jemenitter, Marokkaner, Kurdistaner und Aleppoaner, die jetzt hier anlangten) aufgenommen. Der Bezalel kauft rohe Steine und in seinem Atelier werden sie für den Verkauf bearbeitet. Die ersten zwei Monate hatte diese Abteilung fast keinen Verlust erlitten. Freilich besitzt der Bezalel nicht das nötige Kapital für Ankauf des Rohmaterials und kann daher vorläufig diese Abteilung nicht den Forderungen gemäss vergrössern. Eine Summe von Frs. 1500—2000 genügte meiner Ansicht nach für das erforderliche Betriebskapital. Der Bezalel könnte dabei, wenn vielleicht auch nichts gewinnen, so doch ohne Zweifel auch nichts verlieren, denn dieses Geschäft ist hier in Jerusalem sehr gewinnbringend. Um dieses geschäftsmässig zu betreiben, wäre selbstverständlich eine nicht geringe Summe erforderlich, für die erste Zeit aber genügt schon die obenerwähnte Summe. Der Bezalel hat hier viele Freunde und er würde daher beim Verkauf der bearbeiteten Steine nicht allzuvielen Schwierigkeiten begegnen. Hier ist die Geldfrage die Hauptsache und diese verursacht ihm viele, sehr viele Schwierigkeiten. Die Holzschnitzerei. In dieser werden vorläufig nur Basreliefs und Spiegelrahmen angefertigt, von welchen manche bereits verkauft wurden. Vorläufig zählt sie nur fünf Schüler, deren Kurs drei bis vier Jahre dauert und sie wird nur dann vergrössert werden können, falls die Mittel es erlauben. Das Rahmenatelier. Dieses ist erst vor drei Monaten eröffnet worden und hat in dieser Zeit bereits gezeigt, dass es hier eine gute Zukunft hat und einer bedeutenden Anzahl von Arbeitern, bei Vergrösserung dieses Ateliers, Brot geben kann. Vorläufig verdienen bei dieser Arbeit fünf Personen. Diese Rahmen werden aus dünnem Holz im jüdischen Stil angefertigt und mit Perlmutter besetzt. Schon bei der Ausstellung am Lag-Baomer ernteten sie den Beifall der Besucher und nach der Abrechnung hat dieses Atelier sogar schon Ueber- 148

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