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Palästina · 1908-01-01 · Heft 8-9 · p. Seite 147

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 8-9
Article
Die Kunstgewerbeschule Bezalel in Jerusalem
Date
1908-01-01
Page
Seite 147 (sequence 4)
Language
German
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zweiten Jahres zu arbeiten an. Den Unterricht erteilen zwei Herren, einer ist ein hiesiger Sephardi und der zweite aus Russland, im Musterzeichnen und in der Teppichtechnik, unter der Aufsicht des Herrn Prof. Schatz. Die Arbeit hat sich jetzt bedeutend verbessert. Was die Farben anbetrifft, ist inr neuen Hause des Bezalel eine spezielle gute Färberei eingerichtet, wo ein Jerusalemer Jüngling fleissig arbeitet, der das Fach tüchtig beim Färber der bulgarischen Teppichfabrikation, der speziell dazu hierher berufen war, gelernt hat. Die Wolle und Baumwolle werden, da hier keine Spinnerei existiert, aus Smyrna bezogen, wo man sie billig und von der besten Art für Teppichfabrikation bekommt. In der letzten Zeit wurden viele Teppiche verkauft und alle sind mit ihnen zufrieden, besonders, da sie im jüdischen Stil angefertigt sind. Auch viele Bestellungen sind gemacht worden, welche man eine nach der andern erledigt Man veranstaltet oft Ausstellungen der Arbeiten. Vor etwa einem Jahre waren die ersten Teppiche des Bezalel in der Ausstellung für jüdische Kunst und Arbeit zu sehen und übten, wie ich gelesen habe, auf die Besucher einen erfreulichen Effekt aus. Was für einen (bedeutenden Eindruck werden die jetzigen Bezalelteppiche machen, wenn man sie in Europa sieht! Den Verkauf der diesjährigen Teppiche hat Herr Wischnjak aus Moskau übernommen und Herr Schlossberg, Moskau, hat Frs. 3000 für Einkauf von Rohmaterial für ein Jahr zinslos dem Bezalel verliehen, was eine bedeutende Stütze für die Entwicklung dieses Ateliers ist. Die Teppiche werden in persischer Technik und jüdischem Stil gearbeitet. Das Quadratmeter derselben kostet hier Frs. 40. Bestellungen werden bei Angabe irgend einer Aufschrift gegen Einzahlung von y2 des Betrages, ohne Aufschrift y4 des Betrages bei The Anglo-Palestine Co. Ltd., Jerusalem, angenommen. Die Steinhauerei. Dieselbe ist für Männer von 18 Jahren an bestimmt, die ein Zeugnis von einem Arzte über ihre Gesundheit und von einem bekannten Vereine bezüglich Moralität vorzeigen können und ferner bis Frs. 150 für ihren Lebens unterhalt für die ersten Monate haben. Ihr Kurs dauert zwei Jahre lang. Während dieser Zeit werden die Schüler an den Abendkursen im Zeichnen, Modellieren und Architektur unterrichtet. Die praktische Arbeit lernen sie bei einem von der Schule angestellten Lehrer, die ersten sechs Monate lehrt man sie die einfache Arbeit und dann fangen sie die gute Arbeit an. Nach Verlauf eines Monats ihres Lernens verdienen sie und jetzt beträgt ihr Taglohn von Frs. 1,50 bis 3. Mit diesem Fache beschäftigen sich seit länger Zeit meistens Araber und Christen und sie sind auch die besten Arbeiter, dagegen aber ist die Zahl der jüdischen Steinhauer eine geringere und auch ihre Arbeit ist ordinärer. 147

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