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Palästina · 1908-01-01 · Heft 7 · p. Seite 126

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 7
Article
Über die jetzigen Kultur- und Bildungsverhältnisse der Juden Palästinas
Date
1908-01-01
Page
Seite 126 (sequence 8)
Language
German
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bestehend, frei, praktisch eingerichtet, mit aller Bequemlichkeit, soweit sie eben ein Spital zu bieten vermag, ausgestattet, mit zwei gesonderten Pavillons, berechnet für ansteckende Krankheiten, und allerlei möglichen Desinfektionsapparaten, Badezimmern und Wasserleitung versehen, von schönen Anlagen und Eukalyptus-Pflanzungen umgeben, lässt dieses Krankenhaus, zumal in Bezug auf Hygiene, nicht zu wünschen übrig." Trotz der kurzen Zeit ihres Bestehens hat dasselbe für die Jerusalemer Bevölkerung viel Segensreiches geleistet. Zweitens das hervorragende, unter deutschem Schutze stehende Hospital „B i k k u r C h o 1 i m", das ebenfalls mit achtzig Betten belegt isft und an demzwei der tüchtigsten Aerzte angestellt sind. Es befindet sich auch in Jerusalem. Drittens das ebenfalls in dieser Stadt errichtete M i s g a b- L a cl a c h - Hospital mit 60 Betten. An ihm wirken zwei Aerzte. — Alle genannten Hospitäler haben eigene Apotheken. In Jaffa befindet sich das Hospital Schaare-Zion, das nach Sachverständigen Vorzügliches leistet. In letzter Zeit ist auch in Safed von Baron Rofschild ein Krankenhaus begründet worden. Ein noch erfreulicheres Bild bieten die jüdischen Wohltätigkeitsanstalten Palästinas, die sich fast alle in Jerusalem befinden. Die bedeutendste unter ihnen ist das Blindeninstitut. Dies verdankt seine Entstehung einer epidemischen ägyptischen Augenkrankheit, die in den Jahren 1899/1900 in Palästina herrschte und viele Opfer hinterlassen hatte. Besonders waren es Kinder, die vom Unglück heimgesucht, so des Augenlichtes beraubt wurden. Da gründeten einige gebildete Juden Jerusalems das Blindeninstitut, das heute über 30 Zöglinge, darunter einige aus dem Auslande, zählt. Dasselbe hat den Charakter einer Schulanstalt. Der Unterricht wird von tüchtigen Fachleuten besorgt, von denen einige in europäischen Blindeninstituten erzogen wurden. Die Unterrichtsgegenstände sind: Haar- und Strohflechterei, Bürstenbinderei, Rechnen, Lesen und Schreiben in der Blindenschrift, hebräischer Unterricht, weibliche Handarbeiten (für die Mädchen) und Musik. Die im Institute angefertigten Artikel,;wie Strohsessel, Matten, Seile, Bürsten etc. werden ausschliesslich in Jerusalem abgesetzt. — Trotz seiner geringen Mittel hat das Institut während seines kurzen Bestehens Erspriessliches geleistet und die höchste Anerkennung bei allen Besuchern gefunden. Es ist freilich bedauerlich, dass eine so wichtige Anstalt, in der die Unglücklichsten unter den Armen zu nützlichen Menschen erzogen werden, bisher noch nicht die verdiente Beachtung seitens der Wohltäter gefunden hat und dass die Leiter die Erhaltung desselben mit unsäglichen Schwierigkeiten erkämpfen müssen. — Einen ebenso befriedigenden Zustand zeigt das Waisen- 126

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