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Palästina · 1908-01-01 · Heft 7 · p. Seite 127

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 7
Article
Über die jetzigen Kultur- und Bildungsverhältnisse der Juden Palästinas
Date
1908-01-01
Page
Seite 127 (sequence 9)
Language
German
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haus in Jerusalem, das von den palästinensischen Wohlfahrtsinstituten das älteste ist. Es wurde von dem bereits genannten „Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina" zu Ende der achtziger Jahre begründet und wird auch von ihm unterhalten. Es ist jedoch nicht selbständig, sondern mit der Lämel- Schule vereinigt. Trotz der vielen Kämpfe, die es seitens des Chassidim zu bestehen hatte, hat es eine verhältnismässig grosse Zöglings-Anzahl. — Seit fünf Jahren besteht hier auch ein grosses Irrenhaus, das den Geistesumnachteten ein Unterkommen gewährt. Die Anstalt verdankt ihre Entstehung einem Frauenverein, der sich vor etwa 12 Jahren daselbst gebildet hat. — Besondere Erwähnung gebührt schliesslich wegen seiner grossen Verdienste der sich ebenfalls' in Jerusalem befindlichen Altersversorgungs-Anstalt ((Moschab S ekenim) mit mit ihren über 100 graubärtigen Insassen, welch hiesige Gemeinde-Vorsteher gründeten und verwalten. Es möchte vielleicht so manchen wundern, dass fast alle eben besprochenen Anstalten sich nur in Jerusalem befinden, während doch gegenwärtig Jaffa das jüdisch-kulturelle Zentruni Palästinas ist. Es ist dies aus dem Grunde, weil doch Jerusalem mehr als die Hälfte der jüdisch-palästinensischen Bevölkerung zählt und weil fast alle jüdischen Wohltätigkeitsgelder in diese Stadt fliessen. * , * Aus ail dem Besprochenen ist zu ersehen, dass man bereits, ohne sich der geringsten Uebertreibung hingeben zu müssen, von den ersten Keimen einer erwachenden und erwachsenden jüdischen Kultur in Palästina sprechen kann. Jene verheissungsvollen Symptome, welche die unvermeidlichen Begleiter jedes kulturellen Wiederaufwachens und Wiederauflebens seit jeher sind, sind in einer geradezu frappierenden Ofxensichtlichkeit unter der jüdisch-palästinensischen Bevölkerung izu finden. Jene bekannten Elemente, welche das kulturelle Leben eines jeden zivilisierten Volkes ausmachen, sind unter der palästinensischen Judenheit zwar embryonal und en ininiature, aber doch in fast lückenloser Vollständigkeit vorhanden. Die kulturellen Bedürfnisse und Ansprüche derselben nehmen immer mehr zu und finden entsprechend dieser Zunahme in einem ebenso wachsenden Masse Befriedigung. Die Hedschazbahn. „Hedschaz", das ist der Regierungsbezirk, in dem die heilige-Pilgerstadt Mekka liegt und nach welchem der grosse Bahnbau von Damaskus bis Mekka, der in absehbarer Zeit, via Konstantinopel, auch Europa mit der Geburtsstätte des Propheten verbinden wird, seinen Namen erhielt. Am 1. Mai 1900, somit 127

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