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Palästina · 1908-01-01 · Heft 7 · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 7
Article
Über die jetzigen Kultur- und Bildungsverhältnisse der Juden Palästinas
Date
1908-01-01
Page
Seite 125 (sequence 7)
Language
German
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eingesessenen und einwandernden Judenschaft immer mehr und mehr gerecht zu werden. In Palästina gibt es zwei wichtige Arbeiterorganisationen: „Poale-Zion" und „Hapoel-Hazair". Während die erste radikal-sozialistisch ist, ist die andere gemässigt. Die erstere arbeitet unter der Fahne des Klassenkampfes, sie organisiert Streike und will die Arbeiter gegen die vermeintlichen „Ausbeutungen der Brotgeber" schützen, der anderen liegt in erster Linie eine positive Wirksamkeit zum Wohl und Nutzen der Nation am Herzen. Von der Tätigkeit dieser letzteren verdient besonders Erwähnung die Gründung und Unterhaltung einer eigenen, vorzüglich funktionierenden Küche in Jerusalem der Bibliothek in Jerusalem und Petach-Tikwah, die Veranstaltung von öffentlichen Vorträgen, ferner die verschiedenen organisatorischen und agitatorischen Arbeiten und ihre rein professionelle Vereinstätigkeit. In letzter Zeit wurde in Jaffa „ein Bund der professionellen Vereine" gegründet und gegenwärtig werden auch Schritte getan zur Gründung einer „kooperativen Gesellschaft zur Schaffung [der 1 für die jüdischen Arbeiter in Palästina nötigen Institutionen." Wir kommen nun zu dem dritten Typus jüdisch-kultureller Institutionen in Palästina, nämlich zu den dem S a n i t ä t s -* w esen dienenden jüdischen Anstalten, d. h. zu den Krankenhäusern und Wohlfahrtsanstalten. An denselben gebrach es lange Zeit hindurch im Lande vollständig. Jüdische Kranke suchten in der Regel fremde Hozpitäler auf, da es ihnen an eigenen fehlte, während elternlose Kinder sich einfach in den Strassen umhertrieben, bis sie schliesslich von der Mission aufgelesen wurden. Erst zu Ende des vorigen und vor allem zu Anfang des jetzigen Jahrzehnts trat ein radikaler Wandel in dieser Hinsicht ein. Es entstanden nämlich mehrere Krankenhäuser, die den modernsten Forderungen der Hygiene entsprechen und einem, in welcher europäischen Grosstadt es auch sei, befindlichen Hospital — nach dem Urteile berühmter Mediziner — in nichts nachstehen. Verschiedenartige Wohlfahrtsinstitute sind Jim Lande gegründet worden, die durch und durch europäisch eingerichtet sind. Mehrere europäisch-jüdische Aerzte haben sich hier niedergelassen, man findet sie in allen grösseren Orten und in einigen jüdischen Kolonien. Auch gute Apotheken sind in den Städten wie in den grösseren Kolonien vorhanden, ebenso in Europa approbierte Zahnärzte etc. Von jüdischen Hospitälern in Palästina sind zu erwähnen: Erstens das Hospital Schaare Zedek in Jerusalem, das vor fünf Jahren begründet wurde. Es ist mit achtzig Betten belegt und hat mehrere angestellte tüchtige Aerzte. „Ein massiver Riesenbau, aus Hochparterre und oberem Stockwerke 125

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