Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 7
- Article
- Über die jetzigen Kultur- und Bildungsverhältnisse der Juden Palästinas
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 123 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2379786-2379804-2379811-2413903--01834-2413956- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
piden kulturellen Fortschritte nicht lange auf sich warten lassen. Eine sehr eminente, volksbildende Bedeutung aber steht derselben bevor. — Eines der bedeutungsvollsten Symptome der jetzigen kulturellen Umwälzung, des Erwachens eines neuen Kulturwesens unter der palästinensischen Judenheit ist das Örganisationsbestreben, der Drang nach Konsolidierung innerhalb derselben. In Palästina sind eine Reihe von Gesellschaften und Vereine vorhanden oder im Entstehen begriffen. Noch vielfach sehr jungen Datums, ist ihre Wirksamjkeit bereits eine segensreiche und höchst nützliche. Während die einen sozial-wirtschaftliche Ziele verfolgen, sind die anderen kulturell-gesellschaftlicher Natur. Die einen wollen die praktisch-ökonomischen Lebensverhältnisse ihrer Mitglieder verbessern und ordnen, die anderen aber dienen der Regelung und der Ausbildung der rein kulturellen Lebensbedingungen. Die einen schaffen materielle, die anderen geistige Existenzmöglichkeiten. — Wir können hier wohl die ersten, nicht auch die zweiten besprechen, da nämlich die wirtschaftlichen Organisationen nicht in unser Themia gehören. An diesen letzteren aber können wir zwei Typen unterscheiden: gesellschaftliche und professionelle Organisationen. Bezüglich der ersten muss gleich vorausgeschickt werden, dass wir nicht imstande sind, sie im ganzen zu besprechen, denn derselben gibt es sowohl in den Städten als auch in den Dorfschaften ein so verzweigtes Netz, dass nur ein langer Aufenthat lim Lande eine erschöpfende Behandlung derselben ermöglicht. Nur die allerwichtigsten und neuesten werden wir daher erwähnen. — Vorerst der „jüdische Klub" in Jaffa, der im Februar—März 1906 begründet wurde. Die Mitgliedschaft in demselben steht allen Jaffaer Juden offen. Der Klub verfolgt ausschliesslich gesellschaftlich-kulturelle Zwecke und dient der persönlichen Annäherung und Verständigung unter den Mitgliedern sowie der Stillung mancher kulturellen Bedürfnisse. Zu dem Zwecke finden in demselben wöchentlich Konzerte und Itierarische Abende, sowie wissenschaftliche Vorlesungen und Diskussionen statt. In letzter Zeit ist auch in Jerusalem ein solcher „Jüdischer Klub" entstanden. Sowohl in Jaffa als auch in Jerusalem finden sich in <den Mitgliederlisten die Namen mancher hervorragender, daselbst wohnender Juden. Jüngstens ist in Jaffa durch eine Gruppe aschkenasischer junger Leute ein „Geselligkeitsverein" begründet worden, zu dem Zwecke, Eintracht und Einheit zwischen der sephardischen und aschkenasischen Jugend zu fördern und für die Ausbreitung der hebräischen Sprache in Palästina zu arbeiten, die alleinige Vereinssprache ist. Vor IV2 Jahren wurde von den Schülern des „Bezalel" und manchen Freunden desselben in Jaffa ein Verein „Deborah" 123