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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 92

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
Die Ausgrabungen in Gezer
Date
1908-01-01
Page
Seite 92 (sequence 3)
Language
German
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Scherben gefunden «mit Knochen von Opfertieren. Dazwischen lag auch der Schädel eines kleinen Mädchens: es sind hier eben sowie bei anderen semitischen Stämmen Kinder der Gottheit hingegeben worden. Der ganze Berg ist von einer Mauer umgeben, und auch an dieser Umwallung lässt sich die Entwicklung der Anlage verfolgen. Die Höhlenbewohner haben sich nur wenig geschützt. Sie bauten zwei parallele Mauern und füllten den Zwischenraum mit Bruchsteinen aus. Die erobernden Kanaaniter jnussten sich aber besser decken. Ihre Mauer ist aus polygonalen Blöcken gefügt, doch erst nach und nach zu solcher Festigkeit ausgebaut worden. Drei Schichten sind in ihr zu unterscheiden. In der obersten ist ein Skarabäus aus der Zeit Amenhoteps III. gefunden worden, so dass ihr Bau um! 1450 anzusetzen sein wird. Rechnet man auf jede der beiden anderen Schichten rund 500 Jahre, wie man das jetzt z. B. auch bei der Bemessung (der trojanischen Bauperioden tat, so fällt der Beginn des Mauerbaues in die Mitte des dritten Jahrtausends. Aus den Trümmern dieser inneren Mauer ist in der Makkabäerzeit um 120 v. Chr. eine äussere eilig aufgeführt. Aber die syrischen Heere haben trotzdem den Platz besetzt und, wie eine griechische Inschrift meldet, den Palast des Makkabäerfürsten Simon verflucht. Die Fundstelle der Inschrift im nordöstlichen Teile der Stadt bezeichnet also den Platz der späteren Zeit, und dazu stimmt es gut, dass in der nächsten Umgebung eine ganze Menge Hausmauern der Makkabäerperiode zutage gefördert wird. Unter den Einzelfunden erregen besonderes Interesse vergoldete Ohrringe und ein Jaspis mit drei anhängenden goldenen Schildchen, Schmucksachen, die in einem Frauengrabe innerhalb der Stadt gefunden wurden, ein tassenförmiger, silberner Becher und ein halber Tonzylinder mit einigen in zwei Reihen übereinander wiederholten Zeichen des Tierkreises aus der Schicht von 1500 v. Chr. Derselben Periode abwärts bis 1000 gehört die mykenische Ware Qezers an, ein Zeichen, dass auch die Kanaaniter an jenen im1 Mittelmeergebiet damals verbreiteten Tongefässen 'Gefallen gefunden haben. Auch in der Umgebung des Hügels hat Dr. Macalister gegraben und dort im Tale ein interessantes römisches Bad gefunden. Aber er will, wie er in seinem' letzten Berichte vom Oktober 1907 sagt, seine Tätigkeit zunächst auf die Stadt beschränken, um hier bis zum nächsten Jahre, in dem die Erlaubnis zur Durchforschung des Bodens abläuft, ein möglichst vollständiges Bild der Anlagen aller Perioden geben zu können. Es wäre sehr zu wünschen, dass dann die Ruinen nicht wieder gänzlich zugeschüttet werden, wie es in der Türkei nicht selten geschieht, sondern dauernd zugänglich bleiben. Durch das 92

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