Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Die Ausgrabungen in Gezer
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 91 (sequence 2)
- Language
- German
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Weg, ähnlich einem inykenischen Dromos, führt zu ihr hin. Vor der Zisterne, etwas abwärts, kamen unter den Schlägen der Hauer Fundamente zum Vorschein, die nach Macalisters Schätzung während Salomes Herrschaft gebaut sind und demnach das »ansehnliche Alter von 3000 Jahren haben. Die Wände, die auf diesen Hausmauern ruhten, sind verschwunden. Sie ^bestanden gewiss nur aus Lehm oder aus kleinen durch Erdmörtel gebundenen Steinen, ganz ähnlich den heutigen Wohnungen in den Dörfern dieser warmen Länder. Der eben gegenannte Salomo hatte zu Qezer besondere Beziehung. Die Stadt leistete zwar den unter Josua andrängenden Scharen erf olgreichen Widerstand, war aber von dem1 Pharao, dessen Tochter Saiomo zu seinen vielen ausländischen Frauen zählte, erobert und seinem im nahen Jerusalem weilenden Kinde als Mitgift gegeben worden. Nicht gering war das Geschenk, denn der St&dthügel hat einen Umfang von rund 1500 m, ist also beinahe dreimal so gross als die Burg von Troja-Hissarlik, und da er aus der westlichen Ebene ziemlich steil bis zu 90 m* aufragt, so hatte diese befestigte Anhöhe auch strategische Bedeutung, besonders in Kämpfen gegen die Philister. Etwas weiter südlich von den Hausmauern öffnet sich eine Höhle; in ihr hat nach den Funden an Geräten aus Feuerstein eine Ansiedlung um 3000 v. Chr. bestanden. Auf diese Höhlenbewohner folgten die gewöhnlich Kanaaniter; genannten Semiten, die in einer gewaltigen Völkerwelle von Osten und Süden her Palästina überfluteten. Von ihnen ist in Gezer ein Festungsbrunnen angelegt worden, so unerreichbar für einen Feind, dass im« Falle einer Belagerung die Besatzung stets mit Wasser versorgt war. Achtzig hohe Stufen führten [in einem weiten, gewölbten Felsenschacht zur Tiefe hinab. Gar ^manchmal werden die kanaanitischen Frauen — Arbeitstiere wie heute das fellachische Weib — geseufzt haben, wenn sie an der Quelle unten das Wasser geschöpft hatten und es nun die schlüpfrigen Treppen hinauftragen mussten. Zur Erleichterung (konnten sie wenigstens in die an der Felswand eingehauenen Löcher fassen und sich1 so vorwärts ziehen. Ihren Kult übten diese Kanaaniter in zwei Tempelbezirken aus, in denen Masseböth, aufrecht in einer Reihe stehende heilige Steine, aufgedeckt sind. In dem1 grösseren Heiligtume befinden sich noch vier Steine an ihrem Platze und vomi fünften ein Stumpf. Sie können kein Gebälk getragen haben, da ihre Höhe ungleich ist und sie für solchen Zweck viel zu schwach fundamentiert sind. Vielmehr wurden sie selbst als der Gottheit geweiht verehrt, wozu das alte Testament ja auch Parallelen bietet, und einer unter ihnen ist oben so glatt, dass man glauben möchte, er habe seine Rauheit durch das Küssen der Betenden verloren. An der Westecke des Bezirkes sind in einer Grube 91