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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 93

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
Die Ausgrabungen in Gezer
Date
1908-01-01
Page
Seite 93 (sequence 4)
Language
German
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Interesse, das damit geweckt werden könnte, würden am Ende Mittel flüssig, die es dem1 verdienstvollen Gelehrten ermöglichten, auch seine am Fusse des Hügels begonnenen Grabungen zu {Ende zu führen. * * * Ueber den Tunnel in Gezer, den Prof. Dr. Lohr als Festungsbrunnen bezeichnet, wird uns von anderer Seite nach tdem neuesten, bis zum 30. November 1907 reichenden Bericht Dr .Macalisters im Quarterly Statement des Palestine Exploration Fund folgendes geschrieben: Es handelt sich um einen unterirdischen \Gang, der bis 80 Fuss unter die Erde hinunterführt, zuerst auf Stufen abwärts geht, dann sich nach verschiedenen Seiten teils eben teils in Neigung wendet und in einer Kammer von ungefähr 30 auf 40 Fuss mündet. Da ist denn auch [eine mächtige Wasserquelle gefunden worden, die wohl das Ziel des Tunnelbaues war; zuerst hatte man an einen unterirdischen Gang gedacht, der aus der Festung Gezer am Fuss des iHügels, auf dem die Stadt lag, hinausführt. Ob die Quelle nur der Wasserversorgung diente oder auch ein semitischer Quell-, Höhlen- oder Unterweltdienst damit verbunden war, ist noch nicht zu erkennen, da der Gang wie auch die Kammer vom Schutt noch nicht ausgeräumt ist. Es ist nach den Spuren der Feuerstein-Werkzeuge an der Gang wand und Funden von solchen kein Zweifel, dass der Tunnel in der neolithischen Zeit ohne Metallwerkzeuge begonnen und vollendet wurde; man nimmt an, dass er um 2000 v. Chr. ausgeführt wurde und 500 Jahre in Benützung blieb, denn die Stufen sind stark jausgetreten und schwere Lasten müssen darauf bewegt worden sein. Der hinaufgeworfene Schutt beginnt mit der El-Amarna-Zeit, etwa 1450 v. Chr. Von der Grösse dieses Tunnelbaues, eines für die neolithische Zeit ganz aussergewöhnlichen Ingenieurwerkes, kann man sich einen Begriff machen; eine Photographie zeigt die Wölbung am Ende der 26 Fuss hinabführenden Treppe in dreifacher Mannsgrösse, gemäss den mitphotographierten Arbeitern. Der Tunneleingang ist ein 23 Fuss hoher und 12 Fuss breiter in den Fels geschnittener Torweg und diese Höhe scheint bis ungefähr in 60 Fuss Entfernung vom Eingang für den Gang beibehalten zu sein; erst da beginnt er, soweit (die noch im ersten Stadium befindlichen Ausgrabungen bis jetzt erkennen lassen, niederer zu werden. Der Gang senkt sich in einem* Winkel von 38 Grad und zeigt in Abständen noch weitere zwei Torwege. Mit dieser Frühdatierung dürfen (auch die grossen Felsaushöhlungen von Beit Jibrin (Eleutheropolis) zwischen Jerusalem' und Gaza weit früher datiert werden, als jraan bisher annahlm. —M. 93

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