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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 84

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
Moskito-Brigaden
Date
1908-01-01
Page
Seite 84 (sequence 3)
Language
German
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kanal quer durchschnitten. Am nördlichen Ausgang des Kanals liegt die — von Jaffa aus in einer Nacht zu Schiff erreichbare — Hafenstadt Port Said, am südlichen die Stadt Ismailia, eines der gefährlichsten Fiebernester. Ueber beide Orte liegen aus neuester Zeit Berichte vor. Ueber Ismailia berichtete Prof. Boyce (bereits in „Altneuland", 1904, S. 190, citiert). Auf Empfehlung von Prof. Ronald Ross wurde zur Unschädlichmiachung der kleineren Pfützen die Petrolisierung angewandt, während die grösseren Sumpfstrecken rite drainiert wurden. Die Kosten beliefen sich auf 4400 Pfd. Sterling. Nach IV2 Jahren war bereits unter der 9000 Seelen (darunter 2000 Europäer) zählenden Bevölkerung die Zahl der jährlichen Malariaerkrankungen von 2000 auf 200 gesunken, es gab keinen einzigen tödlichen Ausgang unter den Europäern und nur vier unter den Eingeborenen, gegen 30 im Vorjahre. Die Europäer könnten jetzt schon ohne Moskitonetze schlafen. Die jährlichen Ausgaben zur Unterhaltung der Brigaden für Petrolisierung und Drainage belaufen sich auf 700 Pfd. Sterl. Ueber die Erfolge der Moskito-Brigaden in Port Said berichtet E. H. Ross im Journ. of trop. med. (1907, Nr. 6). Eine Brigade nahm zunächst den Kampf gegen die Moskitos in dem Europäerviertel der Stadt auf. Obwohl man sich hier auf die Vernichtung der Larven und Unschädlichmachung der Brutstätten der Anophelesmücken durch Petroleum beschränkte, trat bereits nach wenigen Monaten ein bedeutender Nachlass der Moskitoplage und ein Kückgang der Erkrankungsziffer ein. Einige Zeit trat überhaupt kein neuer Malariafall auf. Interessant ist die Tatsache, dass auch kein PestfaXl im' Europäerviertel beobachtet wurde, wahrscheinlich, weil die Zahl der Ratten infolge Trinkens von petroleumhaltigem Wasser bedeutend abgenommen hatte. Die Kosten der Campagne in 3 Monaten betrugen etwa 450 engl. Pfund Sterling. Man hat übrigens in jüngster Zeit (Lancet Nr. 4408) vorgeschlagen, die stagnierenden Gewässer statt mit Petroleum, das in der heissen Jahreszeit sehr rasch verdampft, mit einer Maceration von Kaktusblättern, die ja in allen von Maleria heimgesuchten Gegenden leicht zu beschaffen ist, zu bedecken, womit ebenfalls der zur Abtötung der Larven notwendige Luftabschluss erzielt wird. Versuche in Gabun (im äquatorialen Französisch-Westafrika) haben gezeigt, dass sich diese Kaktusmaceration wochen-, ja jahrelang hält. — Weiterhin sind fteuerdings von italienischer, deutscher und amerikanischer Seite verschiedene fast geruchlose Anilinpräparate und andere Substanzen (Saprol, Phinotasöl usw.) an Stelle des unangenehm riechenden Petroleums — man benutzt am besten »ungereinigtes Petrol, das in dünner Schicht etwa alle 8 Tage auf die Tümpel gegossen wird — empfohlen worden; 84

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