Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 5-6
- Article
- Moskito-Brigaden
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sich in prophylaktischer Beziehung, nach mancherlei Berichten zu urteilen, nicht sonderlich bewährt, besonders da die systematische phininbehandlung aller Malariakranken des Ortes, wie sie von Robert Koch und seinen Schülern als Mittel zur Ausrottung der Malaria empfohlen und in Neu-Guinea und einzelnen Städten der deutsch-afrikanischen Küstengebiete mit Erfolg durchgeführt worden ist, unseres Wissens bisher in Palästina noch nirgends zur Anwendung gelangt ist. Nun sind auch eine Anzahl kleinerer Massnahmen empfoheln wrorden, darunter — um nur zwei Methoden zu nennen — die nächtliche Ausschwefelung der Zisternen, die die Brauchbarkeit des -Trinkwassers nicht beeinträchtigt, und die Bedeckung kleinerer Tümpel mit einer Petroleumschicht. Um die Bedeutung dieser kleinen Massnahmen würdigen zu können, bleibe man dessen eingedenk, dass eine lokale Bekämpfung der Malaria in einem kleinen Herde, z. B. einer Kolonie, infolge der ganzen Entstehungs-und Verbreitungsart dieser Krankheit selbst da von Nutzen sein kann, wo die Umgegend oder wenigstens andere Teile des gleichen Landstrichs weiterhin inficiert bleiben. Ein solcher Modus wäre bei anderen Infektionskrankheiten, wie den Pocken, wertlos, weil hier nicht die lokale, sondern nur die allgemeine und radikale Ausrottung der Seuche dauernden Erfolg haben kann. Die Engländer haben in ihren Kolonien sog. Moskito-Brigaden gebildet, Organisationen, die jene kleinen Hilfsmittel in einem! beschränkten inficierten Bezirk energisch durchzuführen haben. Die British Medic. Association hat zwar 1905 in den Verhandlungen der Section of tropical diseases als Tatsache festgestellt, dass die Wirkungslosigkeit aller seitens der Engländer zur Mückenvertilgung mit sogrossen Kosten und Mühen getroffenen Massnahmen ziemlich allgemein anerkannt werde. Dennoch erweisen einzelne Berichte hier und da einen kleinen Erfolg, wie ja überhaupt die Wirksamkeit selbst der bewährtesten Bekämpfungsmethoden .— abgesehen von der völligen Trockenlegung durch Drainage der Gegenden, in denen die zu grosse Bodenfeuchtigkeit die mittelbare Ursache der Malaria war — niemals eine allgemeine und absolute ist; hat doch selbst die Anpflanzung von Eucalypten in anderen Malariaherden keine nennenswerten Erfolge gehabt. Die Tätigkeit der englischen Moskito-Brigaden werden wir gerade in den Landstrichen, die nicht nur nahe an Palästina liegen, sondern auch die gleichen oder ähnlichen physikalischen Verhältnisse aufweisen, mit grösstem Interesse verfolgen. Die südwestliche Fortsetzung jener grossen Dünenstrecken, die dem judäischen Hochland vorgelagert sind, die Ebene zwischen El- Arish und dem Nildelta, stellt ebenfalls einen grossen Malariaherd dar. Bekanntlich wird dieses Dünenland durch den Suez- 83