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Palästina · 1908-01-01 · Heft 5-6 · p. Seite 85

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 5-6
Article
Moskito-Brigaden
Date
1908-01-01
Page
Seite 85 (sequence 4)
Language
German
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doch sind diese Substanzen schwerer zu beschaffen und auch* teurer als tungereinigtes Petrol. Diese günstigen Erfolge, selbst wenn sie übertrieben sein sollten, ermuntern {immerhin, auch die kleinen Mittel nicht zu verachten, solange es an grossen gebricht. Professor Warburg hat auf dem zionistischen Delegiertentag in Hannover (1906) in iseinem Palästinareferat mit Recht die Bildung von Moskito-Brigaden für Jerusalem empfohlen, wo diese unter ärztlicher Leitung die Ueberwaehung, Desinficierung und Ausräucherung der Zisternen vorzunehmien hätten. Es ist kein Zweifel, dsas sofort ein grosser Rückgang in der Erkrankungsjziffer eintreten würde. Dabei wäre es möglich, dort, wo mit grossem Widerstand der Bevölkerung zu rechnen wäre, wo eine gewissen- Jiafte Bedeckung der Brunnen und Zisternen nicht zu erreichen und die Erlaubnis zur Ausschwefelutig misstrauisch versagt würde, mit n o c h primitiveren Massnahmen Erfolge zu erzielen. Das alle paar Tage wiederholte Ausstreuen von pulverisierten Chrysanthemumblüten oder Insektenpulver (d. h. gepulverten Biütenkörbchen mehrerer Pyrethrumarten) auf das Wasser, ja, noch besser und unschuldiger — das blosse Bedecken der Oberfläche des Trinkwassers mit einer dünnen Schicht Olivenöl genügt, um die Mückenlarven zum Ersticken zu bringen. Verschwinden wird die Seuche nicht früher, bis jene gewaltigen technischen Arbeiten geleistet sein werden, die zwar grosse Kapitalien erfordern, aber weite Länderstrecken der Kultur erschliessen werden. Auch in Holland, Mitteldeutschland und England gab es einst weit ausgedehnte, berüchtigte Malariaherde, die heute durch die Regulierung der Flüsse und die Trockenlegung der Sumpfböden gänzlich erloschen sind. Ja im1 Mittelalter war die Aialaria in Mitteleuropa so allgemein verbreitet, dass sie als das Fieber schlechthin galt. Heute wissen wir all das nur noch aus den medizinischen/ Chroniken. „Auch nach Zion kommt einst der Erlöser." D. Glasmann, Odessa: Über die Geflügelzucht in Palästina. Autorisierte Übersetzung von Herrn. Schochor, München. In einer Nummer der Zeitung „Raswiet" konstatierte der palästinische Korrespondent, dass in der Kolonie „Eckron" in Palästina die Vogelzucht bisher nocfr keine befriedigende Resultate gezeitigt hat und zwar hauptsächlich wegen der fehlenden Kenntnis und Erfahrung bei den Kolonisten. Unter dem> Geflügel [verbreiteten isich viele Krankheiten und die Kolonisten! wussten nicht, wie sie dagegen ankämpfen sollen. 85

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