Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 2
- Article
- Die Behandlung der Malaria mit Atoxyl
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 26 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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spritzung kleiner Dosen lag die Möglichkeit vor, dass dieselben keinen Einfluss lentfalten würden, dies würde zu irrigen Schlüssen über die Wirksamkeit des Präparates führen. Anderseits sollte man mit der Anwendung grosser Dosen vorsichtig vorgehen, weil trotz der geringen Giftigkeit des Atoxyls Vergiftungserscheinungen nicht ausgeschlossen sind. Das lehrt auch die frühere Erfahrung. Da kein grosses Krankenmaterial mir zu Gebote stand, so fing ich gleich mit mässig grossen Dosen an. So spritzte ich durch drei Tage hintereinander von einer 20% Lösung 2,5 ccm, d. h. 0,5 g täglich subcutan1) ein. Dann wurde dieselbe Dosis dreimal in 6 Tagen, d. h. jeden zweiten Tag eingespritzt. Und endlich fanden noch drei hypodermatische Injektionen in dreitägigen Pausen statt. So (bekamen die Patienten im ganzen und in einem 18tägigen Zeitraum 4,5 g Atoxyl. Nach den Untersuchungen hauptsächlich von Croner und Seligmann enthält der Urin die grösste Arsenmenge 2—4 Stunden nach einer Atoxylinjektion, was uns zu dem Schluss berechtigt, dass auch im Blut die grösste Arsenmenge in dieser Zeit zirkuliert. Da diese Untersuchungen an Menschen angestellt sind, so verfuhr ich so oft es Imöglich war und benutzte als passendste Zeit der Einspritzung des Atoxyls 2—4 Stunden vor dem Auftreten des Fieberanfalles. Aus den von mir in Fachzeitschriften2) veröffentlichten Krankengeschichten ist zu ersehen, dass in den so behandelten Malariafällen in mehr oder weniger kurzer Zeit nach der Einleitung der Atoxylkur die Fieberanfälle aufhörten, die Milzschwellung verschwand oder sich verkleinerte, die Malariaparasiten nicht mehr im Blute zu finden waren und das Allgemeinbefinden der Patienten sich gebessert hatte. Wenn wir Uns auf die erzielten Resultate stützen dürften, so müssten wir hieraus den Schluss ziehen, dass das Atoxyl eine unverkennbare heilende Wirkung bei Malaria besitzt. Mit Rücksicht aber auf die geringe Zahl der Malariakranken, welche der Atoxylbehandhing «unterzogen wurden (14) und auf den Umstand, dass alle Patienten poliklinisch behandelt wurden, was eine strenge Beobachtung ansschliesst, dürfen wir kein abschliessendes Urteil über dieses Arsenpärparat bei Malaria fällen. Jedenfalls lässt sich auf Grund meiner Untersuchungen die heilende Wirkung des Atoxyls bei Malaria nicht ableugnen. Wie gross aber diese Wirkung ist, ob das Atoxyl ein gleichwertiges oder besseres Spezifikum als das Chinin darstellt, und ob die durch Anwendung dieses Mittels (erzielte Heilung eine dauernde ist, lässt sich vorläufig nicht entscheiden. Dazu sind weitere Massenuntersuchungen erforderlich, die sich ferner mit der genauen Dosie-!) Unter die Haut (wie beim Morphium!). *) Münch. Mediz. Woch. 55. Jahrg. Nr. 12. 26