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Palästina · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 25

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die Behandlung der Malaria mit Atoxyl
Date
1908-01-01
Page
Seite 25 (sequence 2)
Language
German
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sehen werden. Denn von all den bisher in Anwendung gezogenen Mitteln hat sich nur das Methylenblau als nützlich erwiesen, und dies lässt uns in der Mehrzahl der Fälle im Stiche. Die Ermittelung eines anderen Spezifikums gegen diese so viele Länder verwüstende Seuche wäre eine hocherflreulicheTatsache. Seit langer Zeit wurde das Arsen bei der Malaria angewandt; aber nur als Blutrekonstituens mit Erfolg. Die mit diesem Arzneimittel angewandte Untersuchungen haben keine spezifische Wirkung desselben auf die Entwicklung der akuten Malaria gezeitigt. Die Entdeckungen der neueren viel weniger giftigen Arsenpräparate, welche uns die Einführung einer recht beträchtlichen Arsenmenge in den menschlichen Körper gestatten, hat freue Hoffnungen erweckt, die aber durch die Resultate, die mit der Anwendung des empfohlenen Natriumcacodylicum (Gautier und Billet) erzielt waren, nicht verwirklicht wurden. Vor wenigen Jahren wurde unser Arzneischatz durch ein neues Arsenpräparat bereichert, welches zur Zeit als das ungiftigste gilt. Dies ist das Atoxyl, welches das paramidophenvlarsensaure Natron mit einem Arsengehalt von 24,1 Proz. zu sein scheint. Seine eklatante therapeutische Wirkung bei Blut-, Haut- und Nervenkrankheiten wurde von verschiedenen Forschern nachgewiesen. Erst Thomas, ein englischer Arzt in Liverpool, hat das Atoxyl zur Behandlung der Protozen1) -Krankheiten angewandt. Gestützt auf Versuchsergebnisse, welche er durch Anwendung dieses Arzneimittels bei experimentell mit Trypanosomen2) der Surra-, Nagana- und Schlafkrankheit infizierten Ratten, Mäusen und Kaninchen erzielt hatte, hat er es für die Behandlung der Schlafkrankheit empfohlen. D i e heilende Wirkung des Atoxyls bei derS chlafk rankheit wurde aber jerst von Koch durch systematische Forschungen, die er [in Afrika an einem grossen Krankenmaterial angestellt hat, sichergestellt. Von den Koch'schen Untersuchungen angeregt, kam ich (auf den Gedanken, die Wirkung des Atoxyls bei Malaria, eine andere Protozoenkrankheit zu prüfen. Inzwischen trat auch bei anderen Krankheiten (Syphilis, Dourine durch Uhlenhuth Salmon, Neisser, Lesser, Lassar etc.) deutlich und klar zu tage, dass dem Atoxyl eine parasitentötende Wirkung zukommt. Bei Beginn ineiner Untersuchungen tauchte gleich die Frage nach der Dosis auf, in welcher das Atoxyl zu erfolgreicher .Bekämpfung der Malaria verabreicht werden sollte. Die Dosierung eines Medikaments spielt ja immer die ausschlaggebende Rolle. Diese musste weder zu klein noch zu gross sein. Denn bei Einx) Gewisse Protozoen sind auch die Erreger der Malaria. 2) D. s. die Erreger der folgenden Krankheiten. 25

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