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Palästina · 1908-01-01 · Heft 2 · p. Seite 22

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Journal
Palästina
Volume
5 (1908)
Issue
Heft 2
Article
Die hebräische Sprache in Palästina
Date
1908-01-01
Page
Seite 22 (sequence 3)
Language
German
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der hebräischen Sprache zum Zwecke machten und später auch in Europa verbreitet wurden. Aber auch in vielen Familieit führten die jungeji Eltern mit grossem Eifer das Hebräische als Haussprache ein* So gelang es endlich diesen begeisterten Idealisten, sich auf dem historischen Boden nicht nur ein neues Vaterland zu schaffen,, soindern auch die nationale Sprache wieder als Muttersprache für ihre Kinder zur Geltung zu bringen. Diesen Pionieren diente als Vorbild die Familie Ben-Jehuda in Jerusalem, in, »der die Kinder schon gleich vom Anfang dieser Bewegung keine andere Muttersprache kannten ausser der hebräischen Sprache. Zu gleicher Zeit wehte ein frischer Hauch über die hebr. Literatur. ■. Die neuen Volksfragen und die neue Bildungsart mussten die Grenzen der bisherigen Literatur gewaltsam sprengen. Man fühlte sich der alten herkömmlichen Formen des Schaffens und Denkens müde. Das Judentum, welches der starre Rabbinismus auf die Spitze getrieben hatte, wurde nunmehr — um mit „Achad-Haam" zu sprechen — „ein Name, der von seinem Inhalte entleert worden ist." Alles sehnte sich nach Erneuerung des innerlichen und äusserlichen Lebens. Die einen wollten dies erreichen durch Aufrüttelung der alten gelähmten Lebenskraft zu selbständigem Urteilen und Schaffen auf der Basis der alten jüdischen Ideale; die alten Gefässe sollten mit völlig neuem Inhalte gefüllt werden; die Andern suchten zum Ziele zu kommen durch einen gänzlichen Bruch mit allem Alten, durch Verwerfung alles Herkömmlichen, durch ,;U:mwertung aller Werte". Auch die Sprache dieser Literatur bedurfte einer Erneuerung. Die nach europäischer Art und Weise des Denkens erzogenen jungen Schriftsteller fühlten sich in ihrem Wirken gebunden. Die orientalische Art des Ausdrucks konnte sie nicht befriedigen. Sie wollten frei sein in der Handhabung ihrer Sprache und nicht achten auf die alten stilistischen Regeln und Formen. Es entstand in der hebräischen Literatur ein lebhaftes Ringen zwischen Alt und Jung, zwischen „Puristen" und „Erweiterern" oder „Erneuerern der Sprache: es kämpfte der neue Geist gegen den alten Geist und blieb Sieger in diesem Kampfe. Nach und nach bildete sich ein Stil aus, der das ganze Sprachenmiaterial der frühern Stile in sich aufnimmt und es organisch zu verarbeiten sucht. Aber auch das genügte nicht; um die ganze neue Begriffswelt literarisch umfassen und ihr genauen Ausdruck geben zu können, fehlten noch immer Wörter und Formen. Diese konnten nur durch Neubildungen geschaffen werden. Zum Teil wurden solche durch altvergessene hebräische Stämme hergestellt; zum Teil auch durch Bildungen aus Stämmen der dem Hebräischen verwandten Sprachen; diese wurden meist im Geiste der hebräischen Sprache gebildet. Aber 22

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