Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 5 (1908)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Wert und Wertsteigerung des Bodens im Orient
- Date
- 1908-01-01
- Page
- Seite 10 (sequence 2)
- Language
- German
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etwa 400—500 Mark der Quadratmeten Und dabei geht die Bautätigkeit ständig fort, zur Zeit bauen z. B. von jüdischen Unternehmungen eine Londoner Gesellschaft ein Viertel von 150 Häusern und ein Handwerkerverein ein anderes Viertel. In Jaffa verlangte der Besitzer einer halben Geschäftsstraße, die u. a. 20 Wohnungen und 40 Läden enthält, im verflossenen Jahre 500,000 Francs für dieselbe, alsbald erhöhte er den Mietspreis um 20 Prozent, und heute fordert er 750,000 Francs für seinen Besitz. In Haifa entsteht ein jüdisches Viertel am Fuße des Karmels; der Preis für günstige Bauplätze steigt in dieser „Stadt der Zukunft" von Tag zu Tag; für das letzte Jahr belief sich die Steigerung auf 20 Prozent. Wo keine besonderen Chancen vorliegen, kostet städtischer Boden heute zwischen 1 bis 10 Francs der Quadratmeter. Für ländlichen Besitz werden je nach Lage und Beschaffenheit sehr verschiedene Preise gefordert. Im Gebiete der jüdischen Kolonien hat die Bodenbewirtschaftung bereits eine namhafte Wertsteigerung zur Folge gehabt. Das Gebiet zwischen Jaffa und Mikweh Israel wurde 1870 für 3000 Piaster gleich 500 Francs vergeblich zum Kauf angeboten. Nach drei Jahren wurden bereits 3000 Francs verlangt. Und heute, wo das Land mit Orangerien und Häusern besetzt ist, bedeutet es einen Millionenwert. In Pethach-Tikwah, nördlich von Jaffa, ist von 1878, dem Gründungsjahr, bis heute der durchschnittliche Landpreis auf das Zwanzigfache gestiegen — man zahlt dort für erstklassigen Pflanzungsboden über 2500 Francs per Hektar —, ebenso kostet das gute Orangenland in der deutschen Templerkolonie Sarone bei Jaffa heute das Zwanzigfache von dem was die Kolonisten vor 36 Jahren für die Wildnis zahlten; und weiter nördlich in dem abgelegenen Kafr Saba, wo die Erschließung erst beginnen soll, hat sich der Bodenpreis bereits vervierfacht. Diese Schätzung, vierfache Wertsteigerung des Bodens bei unbebautem Lande, zwanzigfache im Falle von Bauplätzen oder Fruchtkulturen, dürfte überhaupt im allgemeinen für den jüdischen Landbesitz in Palästina zutreffen. Schwankt sonst der Preis für unbebautes Land zwischen 200 bis 500 Francs per Hektar, so kostet dasselbe in der Nähe der jüdischen Kolonien in der Regel 200 bis 400 Francs per Hektar. In Galiläa, wo in den Jahren 1902 und 1903 verschiedene neue Kolonien gegründet wurden (Jamme und Beth Dschen, Mes'cha, Milhamie) und wo noch im verflossenen Jahre die deutschen Templer von Haifa aus größere Landkäufe, darunter das Gebiet von Bethlehem und das von Medschel am See Tiberias, erworben haben, während die deutsche evangelische Gemeinde zu Haifa die Gründung einer Zweigkolonie zu Umm el Amed, am Wege von Haifa nach Nazareth, plant, kann man noch heute gutes Land zu 120 Francs kaufen. Was ergibt sich aus den vorstehenden Ausführungen? Das 10