Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1937)
- Article
- Die Bedeutung des Zitrusbaues für die Volkswirtschaft
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 627 (sequence 7)
- Language
- German
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Jahr landwirtschaftlichen Arbeiter mit den Bau- und Industriearbeitern, sowie der Gesamtzahl der Arbeiter zeigt ein erhebliches Zurückbleiben der Aufnahmefähigkeit des landwirtschaftlichen Arbeitsmarktes, gegenüber dem anderer Wirtschaftszweige. Das ist einerseits bedingt durch die verhältnismäßig geringe Aufnahmefähigkeit der jüdischen Landwirtschaft als solchen. Der Hauptgrund ist jedoch der rasch steigende Anteil der arabischen Arbeiter an der Deckung der Nachfrage der jüdischen landwirtschaftlichen Betriebe nach Arbeitern. Während der Anteil der rein jüdischen Arbeit in den Pflanzungen im Jahre 1933 54% betrug, war er 1934 nur 45%, und sank 1935 um weitere 17%3. Das Zusammenwirken dieser beiden Faktoren hat zur Folge, daß die Zahl der in der Landwirtschaft beschäftigten jüdischen Arbeiter im Zeitraum 1926/36 um 106% gestiegen ist, während sich die Zahl der Industriearbeiter um mehr als das Vierfache, die der Bauarbeiter um nahezu das Sechsfache vermehrt hat. Beschäftigte jüdische Arbeiter: Landwirtschaft Baugewerbe Industrie Summe Zahl Index Zahl Index Zahl Index Zahl Index 1926* . . . 3150 100 13,9% 2.800 100 12,4% 5.700 100 25,2% 22.600 100 1932* . . . 4500 143 16,2% 3.000 107 10,7% 8.500 149 30,7% 27.700 123 1933« . . . 5000 159 12,5% 6.S00 243 17% 15.000 263 37,5% 40.000 177 1934" Juli . 4500 143 10% 11.900 444 26,4% 17.000 298 37,8% 45.000 199 1935" Dez. 6500 206 8,5% 16.500 589 22,2% 23.500 413 31,7% 74.000 328 Der Anteil der jüdischen landwirtschaftlichen Arbeiter sank daher 1926/35 von 13,9% auf 8,5%. Der Gruppe der von der Orangenindustrie lebenden Arbeiter sind überdies noch die 5000 Arbeiter zuzurechnen, die in der Orangenzone wrohnen, und deren Tätigkeit der unmittelbaren Bedarfsdeckung der dort Beschäftigten dient. Bereits daraus erhellt, daß sich die Bedeutung der Orangenindustrie für die palästinensische Volkswirtschaft nicht durch Anrechnung der unmittelbaren Aufwendungen für jene und in deren wertmäßigen Anteil am Umfang der Produktion erschöpft. Die Schaffung von Hilfs- und Ergänzungsindustrien steht erst am Anfang und die Möglichkeiten ihrer Ausdehnung hängen von der Größe der Orangenernte ab — in der Orangenkisten- und der Nagelindustrie — oder sind noch größer, wie in der Orangen verarbeitenden Industrie. Sie sind gleichfalls als Aktivposten der inneren Wirtschaftsbilanz zu wTerten, da beide die Steigerung des Wertes der nationalen Produktion durch Industrialisierung der Volkswirtschaft begünstigen und konjunkturüusgleichende Funktionen erfüllen können. Die Orangenkistenindustrie trägt überdies ~ur Senkung des Einfuhrüberschusses bei. Ihre Bedeutung wächst mit der Steigerung der Orangenproduktion und der dadurch bedingten Erhöhung des Bedarfs an Kisten. Den von der Orangenindustrie abhängigen Wirtschaftszweigen kann mitunter besondere Bedeutung als Ausgleichsfaktoren gegen eine innerwirtschaftlich bedingte Depression zukommen. Selbst wenn diese mit einer Verschlechterung des Orangen- Absatzes zusammenfiele, so müßte daraus noch nicht unmittelbar eine Verschlechterung des Beschäftigungsgrades in den für den Ausfuhrbedarf der Orangenindustrie arbeitenden Betrieben folgen. Zwar wird jede Verschlechterung der Absatzbedingungen der Orangenwirtschaft Bemühungen um eine Kostensenkung der zur 627 3 Adler, »Arbeiter und Löhne«, »Palnews« 1936, Seite 221. * Statistical Abstracts, herausgegeben von der Jewish Agency, 1929. *' Sikumim, 1934. H Report of the Jewish Agency to the League of Nations, 1936. 7 Report of the Government of Palestine to the Council of the League of Nations on the Administration of Palestine, 1935. Seite 117.