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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 626

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Bedeutung des Zitrusbaues für die Volkswirtschaft
Date
1937-12-01
Page
Seite 626 (sequence 6)
Language
German
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Spiegelbild der Entwicklungs t e n d e n z; ihre Schwankungen sind symptomatisch für die wechselnde Beurteilung der Rcntabilitätsaussichten. Sie ist ein genauerer Ausdruck der Richtung der Entwicklung, insbesondere in ihrem letzten Abschnitt, als die Summe der in einem Zeitraum tatsächlich erfolgten Kapitalinvestition. Während die tatsächliche Kapitalinvestition in der Orangenindustrie in 1934 gegen 1933 noch ansteigt, macht sich in der potentiellen Kapitaiinvestition bereits in diesem Jahre eine Verlangsamung bemerkbar, die sich 1935 so verschärft, daß die potentielle Kapitalinvestition nur noch ein Viertel der von 1933 beträgt. Dagegen übersteigt die tatsächliche Kapitalinvestition der Orangenindustrie 1935 die von 1930 um 33%. In dem enormen Rückgang 'der potentiellen Kapitalinvestition von 2 Millionen £P in 1934 auf 640.000 £P in 1935 in einem Zeitabschnitt anhaltender Kapitalisierung und Intensivierung der jüdischen Wirtschaft zeigen sich die Auswirkungen des Preisrückgangs der Jaffa-Orange auf die Unternehmerinitiative: die Verstärkung der Neigung, die Preisentwicklung auf den Orangenmärkten in den nächsten Jahren rasch steigender Ausfuhrkapazität abzuwarten, bevor die Reserve an Orangenböden in erheblichem Umfange weiter erschlossen würde. Wie die jüdischen Orangenpflanzer in den Jahren 1930/36 ihre Pflanzungsflächen um 70% ausdehnten und damit den Anstoß zu einer neuen Entwicklung des Orangenanbaus gaben, während die arabischen Pflanzer erst 1934 entsprechende Anbauerweiterungen vornahmen, so fällt den jüdischen Unternehmern jetzt die Funktion zu, die Einschränkung des Orangenanbaus einzuleiten. Die arabischen Pflanzer sind wegen ihrer geringeren Produktionskosten, und deshalb höherer Rentabilität noch geneigt, ihre Pflanzungszone auszudehnen, wie der Flächenzuwachs der arabischen Pflanzungen um 20.000 Dunam im Jahre 1935 beweist. Wie oben gezeigt, charakterisiert die potentielle Kapitalinvestition die Entwicklungs t e n d e n z der Orangenindustrie am treffendsten. Demgegenüber gibt die tatsächliche Kapitalinvestition über den zu erwartenden Aufwand an Produktionskosten in der Orangenwirtschaft während der nächsten Jahre Aufschluß. Die bereits erfolgten Investierungen zwingen zu weiteren Kapitalinvestitionen in^den jungen Pflanzungen und ein gegebener Produktionskostenaufwand pro Dunam für die früchtetragenden Pflanzungen bestimmt das Mindestmaß des während der nächsten Jahre erforderlichen Kapitalaufwandes, der notwendigen Löhne und der Materialkosten sowie die Aussichten der Hilfs- und Nebenindustrien. Dieses Mindestmaß würde für die Produktionskosten der jüdischen Orangenpflanzungen, bei Verwendung rein jüdischer Arbeit, im Jahre 1940 auf 2,142.000 £P bei gleichbleibender Anbaufläche und gleichen Produktionsbcdingungen betragen. Für die arabischen Pflanzungen lassen sie sich auf 945.000 £P schätzen, so daß die Produktionskosten bei Annahme gleichgebliebener Produktionsbedingungen ohne Pflücken und Packen etwa 3 Millionen £P betragen würden. Während die Ausgaben für Pflücken, Packen und Transport der Ernte zum Schiff in der Saison 1934/35 843.000 £P betrugen, ist mit einem Ansteigen dieser Ausgaben auf 3,1 Millionen £P zu rechnen, sobald die jetzt angepflanzten Gärten ihre volle Tragfähigkeit erreicht haben. Die zur Zeit der Ernte erforderliche zusätzliche Saisonarbeit wird bei voller Tragfähigkeit der Pflanzungen 40.000 Saisonarbeiter erfordern, nahezu dreimal so viel wie in der Saison 1934/35 -'. Bei gleichbleibenden Produktionsbedingungen ist in der jüdischen und in der arabischen Pflanzungswirtschaft mit einer annähernd gleichen Vermehrung der Fähigkeit zur Aufnahme von Arbeitskräften zu rechnen. Die sich daraus ergebende tatsächliche Erweiterung des jüdischen Arbeitsmarktes in der Pflanzungswirtschaft ist jedoch schwer zu bemessen. Ein Vergleich der Zunahme der 2 Nach Angaben von Rokach in »Palnews« 1935: Die Orangenindustrie in Palästina.

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