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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 623

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Bedeutung des Zitrusbaues für die Volkswirtschaft
Date
1937-12-01
Page
Seite 623 (sequence 3)
Language
German
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daru. das gesamte zusätzliche Angebot auf dem britischen Markt abzusetzen. Damais traten die Bedingungen für das Schwanken des Preises der Jaffa-Orange deutlich hervor. Die Senkung des durchschnittlichen Saisonpreises der Jaffa-Orange von 11 sh auf 9 sh 6 d per Kiste auf dem kaufkräftigsten europäischen Markt hat die Gefahren klar beleuchtet, die dem Preisniveau der Jaffa-Orange, wie jeder Ware elastischen Bedarfs drohen, sobald ihr Angebot eine gewisse Grenze überschritten hat. Bis zur Befriedigung des dringlichsten Bedarfs sinkt der Preis im Verhältnis weniger als das Angebot steigt — und oft sinkt er gar nicht. Dagegen fällt er in stärkerem Verhältnis als das Angebot sieigt, sobald der dringlichste Bedarf befriedigt ist. Diese Grenze hatte das Angebot an Jaffa-Orangen in der Saison 1954/35 auf dem englischen Markt erreicht. Die Saison 1934/35 hat gezeigt, daß die Gefahr einer zu raschen Steigerung des Angebots auf einzelnen Märkten und einer dadurch bedingten Preissenkung durch die Kontingentpolitik der europäischen Staaten verstärkt wird. Denn das Fehlen einer beständigen Entwicklungstendenz in der europäischen Handelspolitik erschwert eine systematische Erschließung neuer Absatzmärkte, und stellt den Erfolg jeglicher Bemühungen um eine der: zukünftigen Angebot entsprechende Erweiterung des Orangenbedarfs auf den einzelnen Märkten in Frage. Das Zusammenwirken all dieser Unsicherheitsfaktoren, die die Beurteilung der künftigen Entwicklung des Orangenabsatzes erschweren, und deren Auswirkungen auf die Palästinensische Zitrusindustrie in der Saison 1934/35 zum erstenmal deutlich in Erscheinung getreten sind, hat seit 1935 die Initiative zur Ausdehnung der Orangenindu- >trie. namentlich der jüdischen, gehemmt. Djc Erschütterung der Rentabilität der Zitrusindustrie, des wichtigsten Exportzweiges der palästinensischen Wirtschaft, muß die Lage und Bilanz der ganzen Binrienwirtschaft bedeutend verschlechtern. Das vorübergehende Sinken des Preises einer Ware unter die Produktionskosten bedeutet eine Verschiebung der Kaufkraft und .i :her der Verteilung des Volkseinkommens, sofern die Ware im Inlande abgesetzt w-.rc. Eine Senkung des Preises von Ausfuhrwaren unter die Produktionskosten be- '.v.rk: dagegen einen Verlust an Volksvermögen, denn die Preissenkung kommt den (.isländischen Verbrauchern zugute, und bedeutet eine Erhöhung ihres Realeinkommens, ii^ichzeitig wird die Kaufkraft des heimischen Produzenten geschwächt, ohne daß sich iios in der heimischen Volkswirtschaft ausgleichen kann. Die besondere voikswirt- <chaf:!iche Bedeutung der Orangenindustrie für die Erschließung und Entwicklung des i-.::ics erschöpft sich nicht in den unmittelbaren Wirkungen der Kapitalinvestition auf c Intensivierung des Wirtschaftslebens. Die von den Orangenpflanzern erzielten Ausf.:hroewinne schaffen überdies zusätzliche inländische Kaufkraft, die sich in Kapitals- >'•:;><ir.mlung und Erweiterung des Konsums auswirkt. Ebenso bedeutet aber auch eine "kung der Orangenpreise unter die Produktionskosten eine Verringerung des Real- ••-nkommens der gesamten Wirtschaft, sofern nicht andere von der Zitruswirtschaft "^n.-.bhängige Wirtschaftsfaktoren dies ausgleichen oder abschwächen. Im Gegensatz :'s den meisten europäischen Staaten, die durch Zuschüsse an Exportindustrien und A;:sruhrprämien einen Ausgleich der Einkommen der verschiedenen Wirtschaftszweige herbeizuführen suchen, muß in Palästina die Zitrusindustrie allein diesen Exportverlust •"«igen. Für die gleiche Menge palästinensischen Kapitals, das zur Deckung der Pro- •^'.rionskosten der Orangenindustrie erforderlich war und in Form von Zitrusfrüchten 1 geführt wurde, wird nach der Preissenkung eine geringere Menge ausländischen ^'T-'-'als. das heißt ausländischer Waren eingeführt. Die der palästinensischen Volksv ^"^haft zur Verfügung stehenden Konsum- oder Produktionsgüter oder beide zu-

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