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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 624

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Bedeutung des Zitrusbaues für die Volkswirtschaft
Date
1937-12-01
Page
Seite 624 (sequence 4)
Language
German
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gleich, verringern sich also, und das bewirkt eine Schrumpfung des gesaraten Realeinkommens. Die Orangenböden können ja infolge der besonderen Produktionsbedingungen, nämlich ihrer hohen fixen Kosten und der Unmöglichkeit anderweitiger Verwendung des größten Teils des investierten Kapitals nur unter großen Kapitalsverlusten für andere landwirtschaftliche Zwecke verwendet werden. Die Größe der aus den Schwankungen der Ausfuhr drohenden Gefahr hängt von der Stellung des betreffenden Ausfuhrartikel im Außenhandel und von der Bedeutung der Industrie für die Volkswirtschaft ab. Eine Verlangsamung der Ausdehnung der palästinensischen Oranoenindustrie ist daher erstrebenswert, zumal sich die Erweiterung der Orangenzone der letzten Jahre erst im Laufe des nächsten Jahrzehnts am Markt auswirken wird. Das Abtasten der Nachfragereaktion der einzelnen Märkte kann sicherer vor sich gehen, und die systematische Eroberung neuer Absatzgebiete sich stetiger vollziehen, wenn die eroberten Positionen nicht durch ein sich jährlich veränderndes Verhältnis von Angebot und Nachfrage von der Angebotseite her erschüttert werden. Die Unsicherheit künftiger Absatzentwicklung wird noch dadurch verstärkt, daß das vergrößerte Angebot palästinensischer Orangen auf seinen wichtigsten Absatzmärkten mit einem vermehrten Angebot spanischer und amerikanischer Ware zusammentreffen wird. Die in den letzten Jahren einsetzende Steigerung des Anbaus in Nordafrika und den Ländern des Vorderen Orients bedeutet eine weitere Konkurrenz auf den Absatzmärkten der palästinensischen Orangen. Beim gegenwärtigen Ausmaß ihrer Anbaufläche, die 1935 auf 288.000 Dunam geschätzt wurde, ist unter der Voraussetzung einer Erzeugung von 80 Kisten exportfähiger Orangen je Dunam mit einer Steigerung der Produktion auf 23 Millionen Kisten Exportorangen zu rechnen. Das bedeutet eine Steigerung der Ausfuhrmenge um zirka 200% gegenüber der bisherigen Rekordausfuhr von 7,3 Millionen Kisten in der Saison 1934/35. Da die Steigerung der Weltausfuhr von Winterorangen während der nächsten zehn Jahre auf 23r5 Millionen Kisten geschätzt wird, so wird die palästinensische Orangenproduktion den Hauptanteil. das heißt 67% der Gesamtsteigerung stellen. Die Steigerung der spanischen Orangenproduktion während der nächsten zehn Jahre wird auf 5 Millionen Kisten geschätzt: die amerikanische auf 7 Millionen Kisten, wobei man annehmen kann, daß — wie bisher — 7% der Produktion ausgeführt werden: die Produktionssteigerung der übrigen Staaten, wie Ägypten, Algier und Cypern wird auf 3 Millionen Kisten geschätzt Da die Weitausfuhr von Winterorangen in 1934 zirka 45 Millionen Kisten betrug, so ist in den nächsten zehn Jahren mit einer Steigerung um 50% zu rechnen. Der Anteil der palästinensischen Ausfuhr an der Gesamtausfuhr von Winterorangen wird sich bei einer Beurteilung nach dem gegenwärtigen Stand der internationalen Verteilung der Anbauflächen erheblich verstärken und dürfte von 16% im Jahre 1934 im Laufe der nächsten zehn Jahren auf 33% steigen. Die palästinensische Orangenindustrie darf, um ihre volkswirtschaftliche Bedeutung zu ermessen, nicht nach ihrer Stellung im Außenhandel des Landes beurteilt werden. An der Steigerung des Produktionswertes der gesamten palästinensischen Volkswirtschaft von 8,7 Millionen £P auf 26,3 Millionen £P in den Jahren 1928/35 ist die Zitrusindustrie nur mit 2,85 Millionen £P beteiligt. Die Wertsteigerung im Baugewerbe dagegen beträgt 7.8 Millionen £P. in der Industrie 6.1 Millionen £P. Der Anteil der Zitrusindustrie am Wert der Gesamtproduktion betrua 1935 13.3%. 1 Viteies, H. The Citrus Industry in Palestine, »Hadar«, Vol. 9, Seite 2.

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