Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1937)
- Article
- Die Bodenfrage im Hinblick auf die geplante Staatsgründung
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 615 (sequence 7)
- Language
- German
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Beisan. wo man während der letzten Jahre Flächen erworben hat, welche zur Grundlage der neuesten Siedlungsarbeit geworden sind. In diesem Gebiet kann noch viel Land erworben werden, das gegenwärtig von Arabern nur minimal bearbeitet wird, das aber infolge des Wasserreichtums der Gegend intensiv besiedelt werden kann. Hier können viele Zehntausende von Dunam in jüdischen Besitz gebracht werden, so daß neben neugegründeten Siedlungen, deren Namen zu Symbolen von Heldentum und friedlicher Eroberung geworden sind, eine Reihe weiterer Siedlungen entstehen können, wodurch die Lage der Pioniere erleichtert würde — schon eine an sich eminent wichtige Aufgabe — und das Gebiet in eirf neues jüdisches Zentrum verwandelt werden könnte. Das zweite Gebiet befindet sich im Norden des Landes, wo im Anschluß an die Fläche der Huleh-Konzession günstige Siedlungsmöglichkeiten gegeben sind, die in der Qualität des Bodens und dem Reichtum an Wasser liegen, welches von den syrischen Gebirgen herabfließt. Dank seiner dünnen Bevölkerung und dem Umstand, daß eine Bauernfamilie hier mit 25 Dunam auskommen kann, ist hier Platz für eine starke Erweiterung der landwirtschaftlichen Bevölkerung vorhanden. Der Bodenerwerb wird dadurch erleichtert, daß ein bedeutender Teil dieser Ländereien Arabern gehört, weiche außerhalb Palästinas wohnen. Da sich die Pächter, welche auf diesen Böden sitzen, ebenfalls mit 25 Dunam per Familie begnügen, werden große Flächen für neue Besiedlung frei gemacht. Der gute Anfang den wir hier gemacht haben, muß hartnäckig wciterverfolgt werden. Auch im Süden des Landes harret unser eine bedeutende Aufgabe, denn auch hier gibt es Flächen, die für intensive Bewirtschaftung geeignet sind, und deren Erwerb die Lage der vereinzelten jüdischen Siedlungen in diesem Teil Palästinas stärken wird. Auch die Erweiterung der wertvollen Flächen, die sich bereits in jüdischem Besitz befinden und denen in der ferneren Entwicklung des Landes eine wichtige Rolle beschieden ist. stellt eine dringende Notwendigkeit dar. Ich habe hier in erster Linie die Ausdehnung des jüdischen Besitzes im Emek Sebulun im Auge, ein Gebiet, das durch iie Entwicklung Haifas eine eminente Bedeutung gewonnen hat, indem es das Hinterland für die künftige Großstadt abzugeben hat. Dazu kommt, daß infolge der Absichten, die die Mandatarmacht in bezug auf Haifa hat, denen der Minister für die Kolonien vor der Mandatskommission Ausdruck verlieh, Haifa eine derjenigen Positionen nüdet. für die der schwerste Kampf der Juden eingesetzt werden muß. Die Schaffung eines weiten, von Juden besiedelten Hinterlandes wird das Mittel bilden zur vollständigen, nicht teilweisen Einbeziehung Haifas in den künftigen Jüdischen Staat. Meine Ausführungen stellen keine ferne Zukunftsmusik dar — sondern es sind die Aufgaben des heutigen Tages, Arbeiten, die uns das Morgen sichern sollen, deren Vollendung aber — falls sie nicht heute geschieht — morgen vielleicht schon unmöglich oder doch ungeheuer schwierig sein wird. Auch bei der endgültigen Gestaltung unserer Zukunft wird die Durchführung dieser Aufgaben von ausschlaggebender Bedeutung sein. Das zwingt uns zur Verstärkung unserer Arbeit und zur Ausdehnung unserer Positionen. Wir bedürfen großer Mittel, um diese Aufgabe auch nur zum Teil -u vollbringen. Vielleicht brauchte der Keren Kajemeth mit seinen Leistungen auf dem Gebiete der Geldsammlung nicht unzufrieden zu sein. Wenn wir das vergangene Jahr mit 380.000 £P netto abgeschlossen haben, das heißt, daß 380.000 £P ins Land gekommen sind, die größtenteils für Landerwerb verwendet werden konnten, während cm kleiner Teil für andere mit Landkauf zusammenhängende Arbeiten benutzt wurde: berücksichtigt man dazu, daß dieses Resultat hauptsächlich durch kleine Spenden er- -ieit wurde, die der Mitarbeit von unzähligen, meist freiwilligen Helfern in Erez Israel ind der Diaspora zu verdanken ist, so dürften wir zufrieden sein, und doch dürfen wir