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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 614

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Die Bodenfrage im Hinblick auf die geplante Staatsgründung
Date
1937-12-01
Page
Seite 614 (sequence 6)
Language
German
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großen Teil wenigstens, die letzte Stunde geschlagen hat, und wo man nicht weiß, ob sie in zwei oder gar in einem Jahre noch verwirklicht werden können. Hier kann es sich um eine Verstärkung von nationalen Positionen handeln, für die sich später überhaupt keine Möglichkeit mehr bieten wird. Hier ist es besonders wichtig, zuzugreifen, solange es keine Hindernisse gibt, weder von Seiten der Regierung noch von Seiten der arabischen Verkäufer. Gegenwärtig ist von der Regierung noch keine Verfügung erlassen worden, die den Erwerb von Boden durch die Juden verhindert. Noch ist es heute möglich, Land nicht nur innerhalb der Grenzen des projektierten Judenstaates zu kaufen. Da wir aber ni$ht wissen, wie lange dies noch der Fall sein wird, haben wir um so mehr Grund für ein schnelles Handeln, solange noch keine beschränkenden Gesetze eingeführt sind. Man soll auch kaufen, solange die arabischen Grundbesitzer bereit sind zu verkaufen. Hier sei eine Frage angeschnitten, die wahrscheinlich viele beschäftigt: ist es denn möglich, jetzt Boden zu kaufen, wollen denn die Araber überhaupt verkaufen? Darauf kann unzweideutig eine bejahende Antwort erteilt werden. Es besteht jetzt unter den Arabern die Bereitwilligkeit, ihr Land zu veräußern, und es liegen zahlreiche Angebote vor. Zehntausende von Dunam wurden uns letztens zum Erwerb angeboten, Böden von verschiedener Art, in allen Teilen des Landes. Die Erwerbung der angebotenen Ländereien erfordert viele Hunderttausende Pfund. Wenn ich mit wenigen Worten bei den Ursachen dieser Angebote verweilen darf, möchte ich zusammenfassend sagen, daß es deren zwei gibt. Vor allem ist es die Verarmung der arabischen Grundbesitzer, welche infolge der Ereignisse der letzten zwei Jahre in eine Situation geraten sind, die sie zwingt, ihren Besitz — wenigstens teilweise — zu veräußern, um die drückender Schulden loszuwerden und ihre weitere Existenz zu bestreiten. Es hat sich hier wiederum unsere These bewahrheitet, daß der Landkauf der Juden eine der Hauptquellen der Finanzierung der arabischen Wirtschaft darstellt, bei deren Versagen ein Teil der Araber in Not gerät. Die zweite Ursache ist gerade die Unsicherheit der politischen Lage, die die Grundbesitzer für die Zukunft besorgt macht. So machen z. B. die Gerüchte von der speziellen Steuergesetzgebung, die im Jüdischen Staat eingeführt werden soll, um die Grundbesitzer zu zwingen, ihr Land zu verkaufen, diese unruhig. Demgegenüber steht ein Umstand, der viele, welche veräußern wollen und auch müssen, hiervon zurückhält; das ist die Angst vor dem Terror, der die arabischen Gemüter beherrscht. Ich glaube nicht fehlzugehen in der Behauptung, daß ohne den Terror die Angebote noch bei weitem größer wären. So stehen wir jetzt vor einer Situation, wo man trotz aller Schwierigkeiten, trotz der Angst der Verkäufer, trotz des Umstandes, daß sie eine Kugel zu befürchten haben, die dem Leben so manch eines Verkäufers von Boden an Juden oder Vermittlers dieser Verkäufe ein Ende bereitet hat, große Flächen erwerben könnte, darunter viele, die für die Entwicklung unseres Siedlungswerkes von allergrößter Wichtigkeit sind. Es sind Möglichkeiten in all denjenigen Teilen des Landes gegeben, in denen wir bis jetzt tätig waren. Unsere Bodenpolitik wurde in den letzten Jahren nach verschiedener Richtung hin geführt. Eine ihrer Hauptaufgaben war die Erschließung von Gebieten, in denen die jüdische Ansiedlung nicht oder nur in einem geringen Umfang tätig war. Schon wegen des bedeutenden Ansteigens der Bodenpreise in verschiedenen Teilen des Landes, wie z. B. in der Küstenebene, mußten wir an Gebiete denken, wo man wertvolles Land zu billigen Preisen erwerben konnte. Es gab deren zwei, wo die Bodenbeschaffenheit wie auch der Wasserreichtum eine intensive Siedlung sichern, wo geringe Flächeneinheiten pro Siedlerfamilie ausreichen, und auf diese Weise eine dichte Bevölkerung angesiedelt werden kann. Eines dieser Gebiete ist das von

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