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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 604

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Über die Grundlagen der Wirtschaft des geplanten jüdischen Staates
Date
1937-12-01
Page
Seite 604 (sequence 6)
Language
German
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Markt gebrachten Waren. Der innere Markt genügt jetzt nicht, um die Produktion unserer stark gewachsenen gemischten Wirtschaft aufzunehmen, und dies ist die Haupt- Ursache ihrer gegenwärtigen Krise. Wir teilen vollkommen die Meinung des Leiters der Versuchsstation der Jewish Agency, Herrn Volcany (Wilkansky), daß unsere Landwirtschaft auf der Grundlage unseres inneren Marktes allein nicht ausgebaut werden könne, — sie müsse für den Weltmarkt arbeiten. Wir können nur mit den besonderen Erzeugnissen der intensiven Wirtschaft auf den Weltmarkt komn/en, die nicht unter dem Druck der extensiven Wirtschaft stehen. Länder, die intensive Landwirtschaft mit billigen farbigen Arbeitskräften betreiben, können jedoch die Preise dieser Produkte am Weltmarkt entsprechend drücken. Dies ist zum Beispiel bei Zucker der Fall. Da wir mit verhältnismäßig teurer Arbeit rechnen müssen, genügt es für uns nicht, daß eine Kultur spezifisch und intensiv ist, sondern wir müssen außerdem gewisse besondere Vorzüge unseres Landes ausnützen. Dazu gibt es Möglichkeiten, denn dank seiner ausgezeichneten Verkehrslage hat Palästina nächste Verbindung mit den reichsten Märkten Europas; seine Natur ist aber von der Europas grundverschieden. Mit Ausnahme von Ägypten hat Palästina das mildeste Klima im Mittelmeer. Daher ist der Zitrusbau ganz natürlich zum wichtigsten Grundpfeiler unserer Wirtschaft geworden, denn es gibt an den Ufern des Mittelmeeres keinen günstigeren Standort dafür, als unsere Küste. Trotz der gegenwärtigen Krise werden die Aussichten der Zitruskultur im Jüdischen Staate gute sein. Die Nachfrage nach Zitrusfrüchten steigt in Europa und Amerika beständig. Sogar zur Zeit der schwersten Krise war sie bei günstigen Preisen im Zunehmen. Die Schwierigkeiten, in die Palästina jetzt mit dem Absatz von Zitrusfrüchten geraten ist, haben ganz und gar die verhängnisvolle Deutung des Artikel 18 des Mandats zur Ursache, der unserer Zitrusausfuhr eine Reihe wichtigster Märkte verschließt. Ein souveräner Jüdischer Staat wird diese Schwierigkeiten leicht überwinden können, und mit der glücklichen weiteren Entwicklung des Zitrusbaus im Jüdischen Staat kann man sicher rechnen. Der andere Zweig des Zitrusbaus, die Grapefrucht, hat jetzt ebenfalls mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. England drosselt durch einen sehr hohen Zoll den Anbau in Palästina. Ein jüdischer souveräner Staat wird sich schon in dieser Frage mit England verständigen können. Der hohe Zoll auf Grapefrucht erklärt sich nur durch die staunenswerte Gleichgültigkeit der Verwaltung gegenüber den Wirtschaftsinteressen des Landes, denn England hat eigentlich kein ernstes Interesse daran, die Einfuhr der Grapefrucht aus Palästina zu drosseln. Wir sind weiters überzeugt, daß sich im Jüdischen Staat der Tabakbau stark entwickeln könnte, und dies wäre für die Ausnutzung des Berglandes von Galiläa von größter Bedeutung. Man muß aber passende hochwertige Tabaksorten züchten, und es ist zu bedauern, daß bisher dafür nicht genug gesorgt wurde. Die Uferländer des östlichen Mittelmeeres liefern die vorzüglichsten Tabaksorten der Weit und auch Syrien war einmal durch seinen Tabak berühmt. Der Erfolg auf diesem Gebiet ist daher höchst wahrscheinlich. Die besten Aussichten, die aber von Palästina noch ganz und gar nicht ausgenutzt worden sind, hat die Belieferung Europas mit Frischgemüsen und Frühobst. Dazu brauchen wir kein Glas und keine Beheizung, wie Holland, und deshalb könnte die palästinensische Landwirtschaft hier konkurrenzfähig sein. Die Einwände die man hier gewöhnlich macht, daß der Transport von Frühgemüse und Frühobst unmöglich sei, sind unhaltbar. Heute wird sogar frisches Fleisch in ungeheuren Mengen von Neuseeland durch die Tropen nach England gebracht. Für wertvolle Erzeugnisse gibt es

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