Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 20 (1937)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1937)
- Article
- Über die Grundlagen der Wirtschaft des geplanten jüdischen Staates
- Date
- 1937-12-01
- Page
- Seite 601 (sequence 3)
- Language
- German
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525 Einwohner pro Quadratkilometer. Diese wäre also bedeutend größer als sogar die des Niltales (425 pro Quadratkilometer). Die Schwierigkeit besteht für uns nicht nur in der außerordentlichen Dichte der Bevölkerung, die wir anstreben, sondern auch darin, daß wir der jüdischen Arbeiterbevölkerung anständige Lebensmöglichkeiten schaffen müssen. Unsere Arbeiter sind relativ anspruchsvoll, und die Aufgabe des Zionismus ist es doch, das Lebensniveau der jüdischen Volksmassen nicht herabzudrücken, sondern zu heben. Ich habe hier alle Schwierigkeiten, mit denen wir zu rechnen haben, ohne jede Vertuschung angeführt. Ich tue es nicht, um eine negative Stellung in der Teilungsfrage einzunehmen und die Anhänger der Teilung zu entmutigen. Das jüdische Volk wird immer durch das Schicksal geprüft und vor außerordentlich schwierige Aufgaben gestellt, wie vielleicht kein anderes Volk, und oftmals gelingt es uns, sie teilweise zu lösen- Was die Juden bisher in Palästina unter keineswegs günstigen Bedingungen geschaffen haben, ist hervorragend, und ein gleiches Beispiel in der Geschichte der Kolonisation anderer Völker kaum zu finden. Im Jahre 1935 hat das winzige Palästina über 60.000 Einwanderer aufgenommen und im Lande war spürbarer Mangel an Arbeitskräften. Den Mut, schwierige Fragen lösen zu wollen, dürfen wir nicht verlieren, aber wir sollen auch nicht die Schwierigkeiten vertuschen, denn sonst können wir einen richtigen Ausweg nicht finden. Dr. Ruppin erwähnte in seinem Vortrag am Kongreß, daß Malthus zum ersten Male die Frage der Aufnahmefähigkeit eines Landes aufgeworfen hatte. Wie bekannt, haben sich seine pessimistischen Vorhersagen nicht erfüllt. Zur Überwindung der Schwierigkeiten, die sich aus der Bevölkerungsvermehrung ergaben, hat, außer der Verbesserung der Produktionstechnik, der ungeheure Fortschritt im Transportwesen am meisten beigetragen. Der Ausgangspunkt aller Ausführungen von Malthus war die Annahme, daß jedes Volk seine Nahrungsmittel aus der eigenen Scholle herauswirtschaften müsse. Ein solcher Zustand besteht schon lange nicht mehr. Die Nahrungsmittel können, und dies sogar zu außerordentlich billigen Preisen, aus den entlegensten Ländern hergebracht werden. Das konnte Malthus nicht voraussehen. Da die pessimistische Vorhersage von Malthus sich nicht verwirklicht hat, sind viele geneigt (und dies tut auch Dr. Ruppin) die Aufnahmefähigkeit des Landes überhaupt nicht zu berücksichtigen. So weit kann ich aber den Gegnern von Malthus nicht Gefolgschaft leisten. Malthus war kein Prophet, aber seine Grundgedanken bleiben für immer von Bedeutung. Die Vermehrung einer Bevölkerung auf einer begrenzten Fläche ist immer mit gewissen Schwierigkeiten verbunden. Wenn man aber nicht mit einer langsamen Vermehrung der Bevölkerung, sondern mit einer Überflutung eines Landes durch Einwanderer zu rechnen hat, ist dessen Aufnahmefähigkeit desto mehr zu berücksichtigen. Jede Produktion hat drei Grundfaktoren: Arbeit, Kapital und gewisse natürliche Gegebenheiten. Es ist keineswegs gesagt, daß wir mit genügend Kapital iund auch Intelligenz) imstande wären, auf einer gegebenen Fläche eine beliebige Zahl von Menschen zu beschäftigen und dabei anständig zu endohnen. Die Produktion erfordert immer auch gewisse natürliche Gegebenheiten und wenn diese nicht ausreichen, müssen immer Schwierigkeiten entstehen. II. Die Organisation der Landwirtschaft. Am deutlichsten treten die Begrenzungen der Aufnahmefähigkeit eines Landes in der Landwirtschaft hervor, die doch immer Bodennutzung ist. In den Grenzen des jüdischen Staates, wie sie von der Königlichen Kommission ungefähr bestimmt sind, befindet sich 4,9 Millionen Dunam Land; von diesen sind über 1,5 Millionen Dunam