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Palästina · 1937-12-01 · Heft 12 (Dezember 1937) · p. Seite 600

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 12 (Dezember 1937)
Article
Über die Grundlagen der Wirtschaft des geplanten jüdischen Staates
Date
1937-12-01
Page
Seite 600 (sequence 2)
Language
German
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Staates, und doch gilt der Libanon als ein stark übervölkertes Land. In Europa ist (außer Liechtenstein), Luxemburg der kleinste Staat, ungefähr halb so groß als der Jüdische Staat. Luxemburg besitzt eine bedeutende Schwerindustrie, aber seine Bevölkerungsdichte ist doch etwas geringer ab jene des projektierten Jüdischen Staates. Die anderen kleinen Staaten Europas sind um ein Vielfaches größer als dieser, und zwar ist Belgien sechsmal, Holland siebenmal und die Schweiz achtmal so groß. Die Bevölkerungsdichte der Schweiz ist geringer als die des Jüdischen Staates. Die größte Bevölkerungsdichte haben Holland, Belgien und England; die Hollands ist zweimal so groß als die auf dem Gebiet des Jüdischen Staates, jene Belgiens noch etwas größer. Belgien steht also hier an der Spitze, und nicht ohne Grund wird gesagt, daß seine Wirtschaft für uns vorbildlich sein müßte. Nun hat Belgien die besten Bedingungen in Europa für die Entwicklung einer intensiven Wirtschaft: ein mildes, regenreiches Klima, großen Erz- und Kohlenreichtum» ausgezeichnete Verkehrslage, eine so reiche und große Kolonie, wie den Kongo, und uralte industrielle Überlieferungen. Und doch ist das Lebensniveau der belgischen Arbeiterklasse niedriger als das in den umgebenden Ländern, und Belgien schickt nicht wenig Arbeiter in das benachbarte Frankreich. Hätten wir die Bevölkerungsdichte im Jüdischen Staat auf die Belgiens gebracht, so könnten 700.000 zusätzliche Einwohner aufgenommen werden, aber nicht mehr. Wir glauben aber, daß alle solche Vergleiche nur eine bedingte Bedeutung haben. Ein Quadratkilometer ist ein Quadratkilometer, seine Wirtschaftsbedeutung aber kann völlig verschieden sein. Im allgemeinen ist die absolute Produktionskapazität eines bewässerten Hektars Land in Palästina ungefähr dreimal so groß wie in Belgien, und so könnte sich auf dem bewässerbaren Boden Palästinas eine entsprechend größere landwirtschaftliche Bevölkerung ernähren. Andererseits ist aber der wirtschaftliche Wert eines Hektars unbewässerten Bodens in Palästina viel kleiner als in Mitteleuropa, denn zur Intensivierung der Landwirtschaft auf solchem Boden gibt es in Palästina viel geringere Möglichkeiten als in Europa. Von Bedeutung ist die Größe des Anteiles des unproduktiven Berglandes. Sehr wichtig für die Aufnahmefähigkeit eines Landes ist ferner das Vorhandensein von nützlichen Mineralien. Von ausschlaggebender Bedeutung in der heutigen Welt ist die Verkehrslage des Landes. Der Kapitalreichtum und die Eigenschaften der wirtschaftenden Menschen sind selbstverständlich hier auch in Betracht zu ziehen. Wir möchten also nicht sagen, daß die Bevölkerungsdichte Belgiens eine nicht zu übersteigende Grenze erreicht habe. Nun aber stellen wir den Jüdischen Staat vor ungeheuer große Aufgaben. Wir müssen, nicht nur wegen der katastrophalen Lage der Juden in Mittel- und Osteuropa, sondern auch wegen der besonderen politischen Lage des neuen Staates mit seiner beträchtlichen arabischen Minderheit, die jüdische Einwanderung außerordentlich beschleunigen. Die Nüchternsten unter uns sind der Meinung, daß der Jüdische Staat in 20 Jahren eine Million Einwanderer aufnehmen müsse, das heißt im Durchschnitt 50.000 im Jahr. Nach 20 Jahren hätten wir dann noch 200 Seelen pro Quadratkilometer, mit der jetzt angesiedelten Bevölkerung würde dies 325 Seelen pro Quadratkilometer ausmachen, also bedeutend mehr, als die heutige Bevölkerungsdichte Belgiens. Dabei haben wir die natürliche Vermehrung der jüdischen und der arabischen Bevölkerung (und diese vermehrt sich bekanntlich außerordentlich schnell) noch gar nicht in Betracht gezogen. Mehr expansive Geister erhoffen eine Einwanderung von zwei Millionen in -20 Jahren, das heißt 100.000 im Jahr. Der Jüdische Staat soll in bezug auf die Aufnahme der jüdischen Einwanderung die Funktion der Vereinigten Staaten vor dem Kriege übernehmen. Bei einer solchen Einwanderung hätten wir nach 20 Jahren noch 400 Einwohner pro Quadratkilometer und die Dichte wäre (auch diesmal ohne den natürlichen Zuwachs)

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