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Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 565

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Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
20 Jahre Balfour-Deklaration
Date
1937-11-01
Page
Seite 565 (sequence 5)
Language
German
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achtung verdient und sicherlich für die Juden sehr annehmbar erscheint: Der frühere politische Sekretär und gegenwärtige Ehrenanwalt der Jewish Agency, Leonard Stein, schlägt folgende Lösung vor 9: Dem arabischen Staat sollen, wie im Peel-Bericht vorgeschlagen, die rein arabischen Gebiete, aber nicht der Negew gegeben werden. Der Rest von Palästina soll unter britischem Mandat verbleiben, ohne daß dessen Bestimmungen verändert werden dürften. Besondere Vorkehrungen sollen zugunsten des arabischen Staates wegen der Verwaltung von Jaffa und wegen des Zuganges zum Meer, zugunsten der Juden bezüglich der Ruthenberg-Werke und der Toten Meer-Konzession getroffen, und die jüdische Einwanderung nach der ökonomischen Fassungskraft des Landes bestimmt werden. Wenn das Stadium erreicht sein wird, in dem eine verantwortliche Selbstregierung eingesetzt werden kann, werden die Altstadt von Jerusalem, ferner Bethlehem und Nazareth unter besonderer Kontrolle gestellt, der Negew eine Zeit lang noch unter britischer Verwaltung verbleiben u. a. m. Das sind die Hauptzüge des Vorschlages von Leonard Stein. Inzwischen hat die palästinensische Regierung bereits gesetzliche Vorkehrungen getroffen, dem Vorschlag der Peel-Kommission, eine »politische« Höchstgrenze für die jüdische Einwanderung (1000 per Monat für alle Kategorien) festzusetzen, rechtliche Form zu geben. Dies muß um so mehr befremden, als die britische Regierung bei Festsetzung einer solchen Grenze für die Monate August bis März erklärte, daß diese nur provisorisch erfolge und kein Präjudiz darstelle. Die Zionistische Exekutive wird zweifellos darauf bestehen, daß der provisorische Charakter aus den zu erlassenden Verordnungen deutlich hervorgehe. Während der Drucklegung dieser Zeilen hat die Regierung die jüdische Einwanderung bis 19. Jänner mit der Begründung eingestellt, daß diese Quote schon erschöpft ist. Diese Maßnahme hat den bedenklichen Anschein, als ob die Regierung der arabischen Forderung nach Einstellung der jüdischen Einwanderung zunächst nachgeben und die Araber dadurch beruhigen will. Damit ist der politische Erfolg ihrer scharfen Bekämpfung des Terrors aufgehoben und wir stehen wieder vor der seit je geübten Schaukelpolitik, deren traurige Resultate durch ihre Fortsetzung nicht beseitigt werden können. Zur Zeit der Zehn-Jahr-Feier der Balfour-Deklaration befand sich der Jischuw in einer sehr schweren Krise, die jahrelang andauerte. Damals entschloß sich die britische Regierung, mit Reformen einzugreifen, was Balfour selbst während des Festbanketts zur Feier des Jubiläums der nach ihn benannten Deklaration verkündete. Die gemeinsamen Anstrengungen von Regierung und Jewish Agency vermochten dann die Krise zu stoppen; nach wenigen Monaten (April 1928) konnte die Arbeitslosenunterstützung eingestellt werden und die Kurve wendete sich wieder nach oben. Die Zwanzig-Jahr-Feier findet den Zionismus in einer Krise wirtschaftlicher und noch mehr einer solchen politischer Natur. Es scheint aber, daß die Regierung diesmal ernstlich entschlossen ist, den arabischen Terror zu brechen, worauf alle bisher getroffenen Maßnahmen hindeuten. Auch der angekündigte Rücktritt Sir Arthur Wauchopes zeigt, daß England gegen die arabischen Terroristen fest bleiben will. Sir Arthur Wauchope hat in den ersten vier Jahren seiner Tätigkeit sich die wärmsten Sympathien aller Gruppen erworben, durch seinen hohen Rechtlichkeitssinn, seine 9 Siehe »Zweiteilung statt Dreiteilung« in »Jüdische Rundschau«, Berlin, Nr. 82 vom 15. Oktober 1937.

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