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Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 566

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
20 Jahre Balfour-Deklaration
Date
1937-11-01
Page
Seite 566 (sequence 6)
Language
German
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Intelligenz, seine positive Anteilnahme an allen Erfordernissen des Landes, seine stete Hilfsbereitschaft u. a. m. Unter seiner Ägide hat die größte jüdische Einwanderung ins Land stattgefunden, die es jemals gegeben hat. Doch in politischer Hinsicht war seine Einstellung eine sehr unglückliche. Seine forcierte Anstrengung, den Legislative Council zustande zur bringen, hatte schwere Folgen. Noch viel verhängnisvoller war sein Verhalten während der Unruhen von 1936. Die unparteiische Peel-Kommission hat festgestellt, daß seine Politik, »selbst gegen Terror und Mord Milde anzuwenden«, Schiffbruch gelitten hat. Sehr deutlich geht auch aus dem Bericht hervor, wie sonderbar es der Kommission vorkam, daß Beamte der Regierung dieser ein Memorandum überreichen durften, in dem sie die arabischen Forderungen übernahmen und gegen »die augenblickliche Politik der Unterdrückung«, also die Politik ihres Chefs protestierten! Nachdem Ormsby-Gore die erwähnte Erklärung, daß der Mufti immer gegen England gearbeitet hat, abgegeben hat, scheint es rückschauend noch sonderbarer, daß Wauchope ihn stets mit Samthandschuhen angefaßt hat. Ebenso unglücklich war die Idee Wauchopes, die arabischen Fürsten der Nachbarländer wegen Intervention anzurufen. Hingegen haben nicht nur die Zionisten, sondern auch die französische Regierung Einwendungen erhoben, der es naturgemäß nicht recht sein kann, wenn ein Prinzip aufgestellt wird, wonach der Herrscher eines arabischen Landes sich in die innere Politik eines anderen mischen darf. Wer immer Wauchopes Nachfolger werden mag, seine Marschroute ist gegeben und falls England nicht wider Erwarten neuerdings seine Politik ändert, ist auf eine baldige vollständige Unterdrückung des Terrors zu rechnen. Inzwischen läßt die Regierung im Lande Untersuchungen wegen der Bewässerungsmöglichkeiten — namentlich im Negew, das als Umsiedlungsgebiet gilt — anstellen. Siebzehn Jahre lang hat die Administration fast nichts zur Prüfung der für das Land wichtigste Frage — die nach dem Wasservorkommen — getan. Jetzt soll das in aller Eile nachgeholt werden. Prof. Weizmann hat sich nach Palästina begeben, um bei Eintreffen der Kommission dort anwesend zu sein. Die Bemühungen, die Grenzen des künftigen jüdischen Staates möglichst günstig gezogen zu sehen, gehen weiter. Nach einer Version sollen sie gute Aussichten haben, nach einer anderen soll es wieder fraglich sein, ob, wie im Peel- Report vorgeschlagen, das Galil eingeschlossen sein wird. Es ist jedenfalls noch ein weiter Weg zu einer Lösung der Palästina-Frage und die Möglichkeit neuer Wendungen sind groß. Von manchen Seiten erhofft man, daß durch die Entfernung der extremistischen Führer, die gemäßigten im arabischen Lager die Oberhand gewinnen und mit ihnen eine Verständigung möglich sein wird, durch die eine Teilung vermieden werden könnte. Die inneren Schwierigkeiten aller arabischen Nachbarländer nehmen ständig zu und das bewährte Mittel, die Aufmerksamkeit durch außenpolitische Parolen von ihnen abzulenken, hilft ihnen nicht ab. Man glaubt, daß die Einsicht, ein starkes und blühendes jüdisches Gemeinwesen in Palästina könne die Entwicklung der arabischen Nachbarstaaten fördern, vielleicht doch ihren Lenkern aufdämmern wird. Dagegen spricht aber, daß in der heutigen Welt der Gedanke exklusiver nationaler Herrschaft und Expansion dominiert und andererseits ein Ausgleich zwischen Juden und Arabern nur möglich wäre, wenn die ersteren, ausgestattet mit Souveränität, einen gewissen Machtfaktor darstellten, der etwas zu bieten hätte. Der Zionismus ist vor die wichtigste Entscheidung gestellt, die jemals von der Bewegung zu treffen war. Man muß wünschen, daß die Klärung der Umstände, unter denen sie zu erfolgen hat, möglichst rasch erfolge und die bestehende Unsicherheit, die im Lande lähmend wirkt, baldigst ein Ende finde.

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