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Palästina · 1937-11-01 · Heft 11 (November 1937) · p. Seite 551

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
20 (1937)
Issue
Heft 11 (November 1937)
Article
Bemerkungen zur landwirtschaftlichen Wasserbilanz in Palästina
Date
1937-11-01
Page
Seite 551 (sequence 9)
Language
German
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Hand gehen würden. Bei den hohen Kosten des Baus einer Zisterne durch Juden, staunt man immer von Neuem, welche mitunter außerordentlich große Fassungsräume arabische Zisternen oft besitzen. Solche von einigen 1000 m3 sind gar keine Seltenheit, wobei häufig die Frage naheliegt, woher die großen Wassermengen zur Füllung genommen werden. Einem Fassungsraum von 100 m3 entspricht bei einer jährlichen Niederschlagsmenge von 600 mm (Haifa und Jerusalem haben an- " nähernd eine solche) eine Auffangfläche von zirka 165 m2, ein Größenverhältnis, für das viele Dachflächen gerade noch in Betracht kommen. Diese 100 m3 würden für die Bewässerung eines kleinen Hausgartens von 200 bis 400 m2 je nach der Pflanzung gerade ausreichen. Die Kosten selbst einer so kleinen Zisterne sind aber, von jüdischen Handwerkern ausgeführt, unverhältnismäßig hoch, je nach den äußeren Umständen x/2 bis 1 £ pro Kubikmeter. Demgegenüber kenne ich einen Fall, da eine Zisterne von 500 m3 Fassungsraum um 20 £ verkauft wurde. Wenn auch vielleicht gerade diese Zisterne vielleicht von einer längst vergessenen Generation gebaut wurde, so sind doch auch heute noch die Herstellungskosten solcher großer Wasserbehälter bei den Arabern verblüffend niedrig, wobei sie überdies gerade auf diesem Gebiete eine reiche Erfahrung und technische Vollendung mitbringen. Während die Juden schon im Altertum als Tiefbrunnenbauer berühmt waren und sie auch heute wieder im Grundwasserfinden und Brunnenbohren durch ihre Tätigkeit in Palästina allein in der vordersten Linie aller Völker stehen, haben sie, im niederschlagsreichen Europa wenigstens, die alte, im ganzen Orient verbreitete Tradition des Zisternenbaues vollkommen verloren und es ist ebenso selbstverständlich, daß diese alte Tradition sich bei den Arabern weitererhalten und entwickelt hat. Ich wage es, auf die Gefahr hin, gerade jetzt einen sehr unpopulären Satz auszusprechen, zu sagen, wenn in irgend einem Zweige von dem Prinzipe der nationalen Arbeit abgegangen werden sollte, dann kommt dieser dafür in erster Linie in Betracht. Daß alle Dachflächen als Auffangflächen in Rechnung zu ziehen sind, wurde bereits berührt, für große Zisternen aber müßte man nach anderen Auffangflächen Umschau halten. Solche ergeben sich bei nicht eben gebauten Siedlungen z. B. aus dem Straßennetz. Um auch hier ein Beispiel anzuführen: In der im Werden befindlichen Garten-Vorstadtsiedlung Givath-Elijahu sind von der im Parzellierungsschema angegebenen Gesamtfläche von 113 Dunam 18 Dunam für Straßen in Aussicht genommen. Nicht mitgerechnet ist ein öffentlicher Platz von 8 Dunam, da sein Gefälle in entgegengesetzter Richtung liegt und aus eben diesem Grunde sind schätzungsweise weitere 3 bis 4 Dunam aus unserer Berechnung auszuscheiden. Es bleibt eine Auffangfläche von 14 Dunam, was — bei 600 mm jährlicher Niederschlagsmenge — einem erfaßbaren Wasserquantum von zirka 8500 m3 entspricht. Diese ganz beträchtliche Wassermenge fließt ohne Erfassung nutzlos gegen die Wüste Juda zu, jährlich ab. Eine Zisterne von zirka 5000 m3 würde vollauf genügen, dieses Wasser — nach Abzug der normalen Verluste — aufzufangen und es für verschiedene Zwecke nutzbar zu machen. So könnte damit unter Zuschuß von städtischem Wasser ein Schwimmbad gespeist werden, dessen Errichtung von allen Kreisen der jüdischen Bevölkerung Jerusalems mit Freude begrüßt werden würde und das sich auch materiell als lohnend erweisen dürfte. Gerade hier, bei der unbeschreiblich schönen Lage dieses Punktes, würde es eine Anziehungskraft ^ersten Ranges entwickeln. Das Verbrauchswasser aber könnte wieder für Bewässerungszwecke an die umliegenden Gärten zu einem bedeutend niedrigeren Preis als das städtische Wasser weiterverkauft werden. Das ist ein einziges Beispiel aus einer großen Anzahl gleichartiger und kann ohne weiteres durchgeführt werden, wenn wir das für uns heute neugewordene, in Wirk-

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